Deutschlandwetter im August 2017

Stand: 08/30/2017
Ein recht warmer August, oft gewittrig und mit reichlich Niederschlägen
Die Temperaturen im August 2017 zeigten immer wieder große Unterschiede zwischen dem eher kühlen Norden Deutschlands und einem oft heißen Süden. Heftige Gewitter wurden vor allem in Süddeutschland von schweren Stürmen begleitet. Insgesamt verlief der August recht warm, mit reichlich Niederschlägen und ausreichend Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Im Norden mäßig warm, im Süden hochsommerlich
Der August war in Deutschland mit 17,9 Grad Celsius (°C) um 1,4 Grad wärmer als das Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,4 Grad. Überwiegend westliche Winde führten im August oft kühle Luft in den Norden eutschlands. So kletterte das Quecksilber in Leck und Hattstedt im Westen Schleswig-Holsteins nicht höher als 25 °C. Die tiefste Temperatur trat am 23. in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit +0,1 °C auf. Völlig anders zeigte sich der August im Süden. Die extreme Hitze, die in Südeuropa herrschte, drang zeitweilig bis nach Bayern und Baden-Württemberg vor. In Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, traten 11 „Heiße Tage“ mit Tageshöchstwerten über 30 Grad auf. Bezeichnend war dabei, dass ausgerechnet das im Winter für Schnee und Minusgrade bekannte, 685 m hoch gelegene Reit im Winkl die deutschlandweit höchste Temperatur des Monats meldete: Am 1. wurde dort mit 36,1 °C ein neuer Augustrekord aufgestellt.

Reichlich Niederschläge - teilweise heftige Gewitterstürme
Im August nahmen die Niederschläge an Stärke und Dauer gegenüber dem Juli deutlich ab. Trotzdem erreichte der Monat mit rund 90 Litern pro Quadratmeter (l/m²) noch 118 Prozent seines Klimawertes von 77 l/m². Auch die Gewitter brachten nun nicht mehr so extrem hohe Regenmengen, dafür wurden sie häufiger von schweren Stürmen begleitet. Gewaltige Schäden entstanden dadurch vor allem in den Wäldern, so am 1. bei Wiesbaden und am 18. bei Passau. In Rhede im Emsland konnte man am 20. sogar einen Tornado beobachten, der einige Dächer abdeckte. Die größte Tagesmenge meldete Hähnichen-Trebus, nördlich von Görlitz, bei heftigen Gewittern in der Nacht zum 10. mit 70 l/m². Am 11. trafen die Dauerniederschläge des Tiefs HARTMUT vor allem die westlichen Landesteile Hessens. Dort fielen in Wetter 24-stündig 67 l/m². Die größten Monatssummen kamen im Alpenvorland mit bis zu 225 l/m² zusammen - die niedrigsten am unteren Niederrhein, in Vorpommern und in der Uckermark mit teilweise nur 30 l/m².


Sonnenscheindauer mehr oder weniger ausgeglichen
Die Sonnenscheindauer lag im August mit abgerundet 205 Stunden um vier Prozent über ihrem Soll von 197 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne in Niederbayern mit bis zu 270 Stunden. Im äußersten Westen Deutschlands schien die Sonne dagegen ört-lich weniger als 160 Stunden.


Das Wetter in den Bundesländern im August 2017
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Im August 2017 war Schleswig-Holstein mit 16,7 °C (16,2 °C) das vergleichsweise kühlste Bundesland. Der Niederschlag summierte sich auf gut 80 l/m² (73 l/m²), der Sonnenschein auf etwa 190 Stunden (210 Stunden). Hamburg war mit 17,3 °C (16,8 °C) auch ein kühles, mit rund 55 l/m² (71 l/m²) das trockenste und mit gut 185 Stunden (201 Stunden) ein sonnenscheinarmes Bundesland.

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen war im August mit 17,1 °C (16,5 °C) das zweitkühlste, mit rund 75 l/m² (70 l/m²) ein relativ trockenes und mit gut 180 Stunden (192 Stunden) das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Bremen kam auf 17,4 °C (16,7 °C), war mit abgerundet 65 l/m² (71 l/m²) ein trockenes und mit etwa 185 Stunden (193 Stunden) ein sonnenarmes Bundesland. Am 20. wurden mehrere Tornados gesichtet. Einer der Stärke F1 (118-180 km/h) deckte in Rhede an der Ems Dächer ab.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern erreichte 17,7 °C (16,6 °C). In dem mit kaum 60 l/m² (59 l/m²) zweittrockensten Bundesland schien die Sonne knapp 210 Stunden (217 Stunden). Bei einem Gewitter in Freest nahe Usedom fiel am 3. ein Baum auf ein Zelt und verletzte vier Menschen. Hagel verwandelte den Ort vorübergehend in eine Winterlandschaft.

Brandenburg und Berlin: Im August 2017 war Brandenburg mit 18,6 °C (17,4 °C) ein warmes und mit fast 220 Stunden (213 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug beinahe 80 l/m² (59 l/m²). Berlin war mit 19,0 °C (17,8 °C) das wärmste und mit knapp 220 Stunden (214 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland. In der Hauptstadt fielen im August gut 75 l/m² (59 l/m²).

Sachsen-Anhalt: Die DWD-Experten notierten in Sachsen-Anhalt 18,4 °C (17,2 °C), aufgerundet 80 l/m² (59 l/m²) und annähernd 210 Sonnenstunden (198 Stunden).

Sachsen: Sachsen gehörte mit 18,6 °C (16,8 °C) zu den warmen, mit mehr als 105 l/m² (77 l/m²) zu den niederschlagsreichen und mit beinahe 235 Stunden (199 Stunden) zu den sonnigen Regionen. In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge sank die Lufttemperatur in der Nacht zum 23. auf 0,1 °C in zwei Metern Messhöhe bei Bodenfrost von -3,0 °C. Heftige Gewitter brachten in der Nacht zum 10. in Hähnichen-Trebus, nördlich von Görlitz, 70 l/m² zusammen.

Thüringen: Thüringen kam auf 17,9 °C (16,0 °C) und war mit über 105 l/m² (69 l/m²) ein nasses Bundesland. Die Sonne zeigte sich knapp 215 Stunden (192 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen verzeichnete 17,4 °C (16,6 °C), fast 90 l/m² (73 l/m²) und war mit kaum 170 Stunden (183 Stunden) das sonnenärmste Bundesland.

Hessen: Hessen erreichte im August 17,6 °C (16,4 °C) und war mit gut 110 l/m² die niederschlagsreichste Region Deutschlands. Die Sonne schien beinahe 200 Stunden (190 Stunden). Etwa 30.000 Bäume fielen in der Nacht zum 1. im Raum Wiesbaden einem Gewittersturm zum Opfer. Die umstürzenden Bäume erschlugen im Tierpark einen Wolf und schlossen in einem Zeltlager in Hallgarten 13 Kinder ein. Am Nachmittag des 15. musste wegen eines Gewitters mit Sturmböen der Bahn- und Flugverkehr in Frankfurt vorübergehend ruhen.

Rheinland-Pfalz: Der August 2017 brachte in Rheinland-Pfalz 17,9 °C (16,6 °C), etwa 100 l/m² (70 l/m²) und knapp 190 Sonnenstunden (193 Stunden).

Saarland: Hier registrierten die DWD-Experten im August 17,9°C (16,9 °C) und rund 95 l/m² (73 l/m²). Mit etwa 185 Stunden (202 Stunden) war das Saarland eine vergleichsweise sonnenscheinarme Region.

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg war mit 18,5 °C (16,4 °C) ein warmes, mit mehr als 110 l/m² (94 l/m²) ein niederschlagsreiches und mit etwa 220 Stunden (206 Stunden) ein sonniges Bundesland. Während eines heftigen Gewitters am frühen Morgen des 2. in Rickenbach im Südschwarzwald, schlug ein Blitz neben einem Zeltlager in einen Baum. Dieser fiel genau auf ein Gemeinschaftszelt und erschlug dort einen Jugendlichen.

Bayern: Hier war die Abweichung zwischen der Augusttemperatur von 18,2 °C und dem vieljährigen Mittel (16,0 °C) bundesweit am größten. Bayern war mit über 110 l/m² (101 l/m²) das zweitniederschlagsreichste und mit mehr als 230 Stunden (202 Stunden) das sonnigste Bundesland. Den meisten Sonnenschein erhielt Niederbayern mit bis zu 270 Stunden. Der deutschlandweit heißeste Ort im August war das 685 m hoch gelegene Reit im Winkl am 1. des Monats mit 36,1 °C. Damit wurde dort in der seit 1945 bestehenden Reihe der Augustrekord um 0,5 Grad überboten. Die Hitze in Oberbayern ging an diesem Abend mit einem Gewittersturm zu Ende. Feldafing am Starnberger See war wegen umgestürzter Bäume vorübergehend nicht erreichbar. Gewitter mit Sturmböen tobten auch in der Nacht zum 10. in der Oberpfalz. Auf der Landstraße zwi-schen Sigl und Ködritz im Landkreis Amberg-Sulzbach wurden mehr als 500 Bäume auf einer Strecke von 250 m entwurzelt. Beim nächsten Gewittersturm am Nachmittag des 18. fielen in Rothenburg ob der Tauber bis 5 cm dicke Hagelkörner. In München konnte die zweite Halbzeit des Bundesligaspiels der Bayern gegen Leverkusen wegen Starkregens erst später angepfiffen werden. Über Teilen Niederbayerns wuchs der Sturm abends sogar zu einem Orkan heran. Fürstenzell bei Passau meldete eine Bö von 136 km/h, also Windstärke 12. Von den Wäldern in der Umgebung stand nach dem Unwetter quadratkilometerweise kein Baum mehr.



Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
pressestelle@dwd.de






    www.AM.rlp.de drucken