Warum wird Schneefall nicht als Niederschlag registriert?

Die Erfassung des Schneefalls als Niederschlag ist von den eingesetzten Niederschlagssensoren
abhängig. Der Wassergehalt des Schnees kan durch Gewichtsbestimmng oder durch Schmelzen des
Schnees mit anschließender Erfassung der Schmelzwassermenge bestimmt werden. Darüberhinaus
gibt es eine Reihe von Niederschlagssensoren, die bei Temperaturen unter 0°C keinen Niederschlag
erfassen können. Dort sammelt sich der Schnee im Auffangtrichter und wird durch die natürliche Erwärmung der Luft getaut. Die Aufzeichnung des Niederschlages erfolgt dann versetzt.


Die Wetterstationen des agrarmeteorologischen Messnetzes Rheinland-Pfalz sind mit folgenden Messverfahren für den Niederschlag ausgestattet:

1. Niederschlagssensoren Kippe mit Heizung
2. Niederschlagssensoren nach dem Wiegeprinzip
3. Niederschlagssensoren Kipplöffel ohne Heizung

Bei Stationen vom Typ 3 wird Schneefall zeitversetzt bei der Tauphase registriert.


Darüberhinaus ist zu beachten, dass die Wassermenge (Wasseräquivalent) von Schnee von der Dichte des Schnees abhängig ist..


Schnee
Wasseräquivalent
Typ
Höhe [m]
Dichte [kg/m³]
[g/cm³]
[mm]
[l/m²]
trockener, lockerer Neuschnee
1
30…50
0,03 ... 0,05
30 ... 50
30 ... 50
gebundener Neuschnee
1
50…100
0,05 ... 0,1
50 ... 100
50 ... 100
stark gebundener Neuschnee
1
100…200
0,1 ... 0,2
100 ... 200
100 ... 200

trockener Altschnee
1
200…400
0,2 ... 0,4
200 ... 400
200 ... 400
feuchtnasser Altschnee
1
300…500
0,3 ... 0,5
300 ... 500
300 ... 500

mehrjähriger Firn
1
500…800
0,5 ... 0,8
500 ... 800
500 ... 800

Eis
1
800…900
0,8 ... 0,9
800 ... 900
800 ... 900



Besipiel:

10 cm = 100 mm Regen entsprechen 100 Liter Wasser / m²

10 cm trockener, lockerer Neuschnee entspricht 3 bis 5 mm bzw. 3 bis 5 Liter / m² Wasseräquivalent
10 cm starkgebundener Neuschnee entspricht 10 bis 20 mm bzw. 10 bis 20 Liter / m² Wasseräquivalent


Schnee

Wasseräquivalent








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