Deutschlandwetter im Sommer 2011 Ein insgesamt warmer, aber nasser und sonnenscheinarmer Sommer

Stand: 04/29/2010
Der April 2010 war in Deutschland sehr sonnenscheinreich und deutlich zu trocken. Das Temperaturen lagen über dem langjährigen Mittel – erreichten aber nicht den Rekordwert des Vorjahres. Die Osterfeiertage waren 2010 unbeständig und kühl. Im Vorjahr konnten die Deutschen die sonnenscheinreichsten und wärmsten Ostern seit Aufzeichnungsbeginn genießen. Deutlich schöner fielen die übrigen Aprilwochenenden aus. Hinzu kam: Die europaweiten Einstellung des Flugverkehrs infolge des Ausbruchs des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull sorgte in Deutschland tagelang für einen Himmel ohne Kondensstreifen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 100 Messstationen.

Temperaturen zunächst verhalten, am Monatsende recht warm

Mit 8,8 Grad Celsius (°C) fiel der April 2010 in Deutschland um 3,0 Grad kälter aus als der April 2009, lag aber noch um 1,4 Grad über Klimawert von 7,4°C. Zu Monatsbeginn verliefen die Temperaturen recht durchschnittlich: Tagsüber erreichten sie häufig 10 bis 15 und nur selten über 20°C; nachts lagen sie meistens um den Gefrierpunkt. Am 2. sank das Quecksilber im Süden gebietsweise nochmals in den
zweistelligen Minusbereich. Oberstdorf meldete mit -12,8°C den tiefsten Wert. Auch zu Beginn der letzten Dekade des April traten nochmals mäßige Nachtfröste auf: Am 22. zeigte das Thermometer inBad Königshofen im Kreis Rhön-Grabfeld -6,7°C und am 23. in Nürnberg-Netzstall unmittelbar über dem Erdboden -10,2°C. An den letzten Apriltagen herrschten dann zum Teil sommerliche Temperaturen.

Wie im Vorjahr ein erheblich zu trockener April

2010 blieb der April in Deutschland mit rund 23 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um 60 Prozent unter dem Soll von 58 l/m². Damit verlief er sogar noch trockener als im Vorjahr. Die überwiegend nur in kleinen Mengen fallenden Niederschläge konzentrierten sich auf Karsamstag (3.) und Ostersonntag (4.) sowie den Beginn des zweiten Monatsdrittels. Ansonsten dominierten über Mitteleuropa Hochdruckgebiete. Das führte in großen Teilen Deutschlands zu einem erheblichen Niederschlagsdefizit. Extrem trockene Regionen gab es im ganzen Bundesgebiet, wobei Gottfrieding bei Landau an der Isar mit nur 2,2 l/m² besonders hervorstach. In Gebieten mit sandigen Böden, wie zum Beispiel in einem Streifen von der Lüneburger Heide über Sachsen-Anhalt bis zum südlichen Brandenburg, warnte der DWD Ende des Monats zeitweise mit der höchsten Warnstufe vor Waldbrandgefahr.

Viel Sonnenschein besonders im Küstenbereich

Der April, sonst oft ein recht wechselhafter Monat, präsentierte sich 2010 von seiner sonnigen Seite: Mit etwa 217 Stunden übertraf er sein Soll von 152 Stunden um 43 Prozent. Am meisten profitierte vom Sonnenscheinreichtum die gesamte Küstenregion von Ostfriesland bis nach Vorpommern mit den dazugehörigen Inseln. Benachteiligt waren vor allem Gebiete, die sich im Nordstau der Gebirge befanden.

Das Wetter in den südlichen Bundesländern im April 2010

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)


Hessen: Das Temperaturmittel betrug in Hessen 9,0°C (7,5°C). Gilserberg-Moischeid südöstlich von Frankenberg an der Eder meldete am 22. ein Minimum von -6,0°C. Hessen erreichte 24 l/m² (56 l/m²)
Niederschlag und 224 Stunden (152 Stunden) Sonnenschein.

Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz war der Unterschied zwischen der Durchschnittstemperatur von 9,5°C und dem Mittel (7,8°C) am größten. Damit war es das drittwärmste Bundesland. Hier lagen im April auch die wärmsten Orte Deutschlands: Am 25. kletterte das Quecksilber in Bernkastel-Kues an der Mosel auf 26,7°C und in Ben-dorf bei Koblenz auf 27,0°C. Die Niederschlagsmenge lag bei 22 l/m² (54 l/m²), die
Sonnenscheindauer bei 223 Stunden (150 Stunden).

Saarland: Das Saarland zeigte sich im April 2010 mit durchschnittlich 9,7°C (8,2°C) als das wärmste und mit 234 Stunden (159 Stunden) als sonnenscheinreiches Bundesland. Die durchschnittliche Nieder-schlagsmenge betrug 22 l/m² (59 l/m²).

Baden-Württemberg: Die Meteorologen des DWD registrierten für Baden-Württemberg eine mittlere Temperatur von 8,9°C (7,4°C). Am 2. zeigte das Thermometer in Merklingen in der Schwäbischen Alb 11,5°C und somit bundesweit den zweitniedrigsten Wert im April. Mit 25 l/m² (72 l/m²) belegte dieses Bundesland bei der Niederschlagsmenge den dritten Platz; mit 216 Stunden (152 Stunden) beim Sonnenschein dagegen eher hintere Ränge.

Bayern: Bayern war im April mit 8,3°C (7,0°C) neben Thüringen das drittkälteste Bundesland. In Oberstdorf wurde am 2. mit -12,8°C die tiefste Temperatur in Deutschland gemessen. Der Niederschlag summierte sich auf durchschnittlich 24 l/m² (67 l/m²). In Bayern lag sowohl der im April nasseste Ort Garmisch Partenkirchen mit 61 l/m², als auch die trockenste Station Gottfrieding bei Landau an der Isar
mit nur 2,2 l/m². Die größte Tagessumme bundesweit entstand am 14. in Maisach-Galgen bei Fürstenfeldbruck mit 23,5 l/m². Die Sonne schien im Mittel 221 Stunden (154 Stunden) lang.


Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
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