Deutschlandwetter im März 2012 Außerordentlich warm, trocken und sonnenscheinreich

Stand: 03/30/2012
Fast ununterbrochener Hochdruckeinfluss verwöhnte die Menschen in Deutschland in diesem März mit wunderschönem Frühlingswetter: Der Monat präsentierte sich bei ungewöhnlich viel Sonnenschein sehr warm und sehr trocken. Der Witterungscharakter war insofern ähnlich dem März 2011. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. An einigen der Messstellen wurden dabei neue Rekordwerte für den März verzeichnet.


Neuer März-Temperaturrekord nur knapp verfehlt

Gegenüber der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 übertraf der März 2012 bundesweit mit 6,9 Grad Celsius (°C) sein Soll von 3,5°C um +3,4 Grad. Geht man von der Vergleichsperiode 1981 bis
2010 aus, betrug die Abweichung +2,6 Grad. Somit war der Monat nur geringfügig kühler als die bisher wärmsten Märzmonate aus den Jahren 1938 und 1989, beide mit 7,0°C. Während sonst im März durchaus auch nochmals Tiefstwerte bis unter -20 Grad vorkommen, sanken die Temperaturen diesmal in ganz Deutschland nicht unter -8,7°C, so am 7. in Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge. Dagegen kletterte am 16. das Quecksilber in Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, auf 23,9°C. Rheinfelden am Hochrhein meldete an insgesamt elf Tagen ein Maximum von über 20°C.


Nur 1929 und 1953 war der März noch trockener

Mit einer gefallenen Wassermenge von etwa 16 Litern pro Quadratmeter (l/m²) brachte der März 2012 nur 28 Prozent des Sollwertes von 57 l/m² zusammen. Seit Aufzeichnungsbeginn 1881 fielen nur die Märzmonate 1929 mit 10 l/m² und 1953 mit 13 l/m² noch trockener aus. Gerade in den sonst recht nassen Regionen, wie dem Sauerland oder dem Schwarzwald, fehlten die Niederschläge. So meldete der Kahle Asten anstelle des vieljährigen Mittels von 125 l/m² nur 32 l/m² oder Freudenstadt anstatt 150 l/m² gar nur 15 l/m². Besonders trocken war es in Bad Mergentheim-Neunkirchen im Main-Tauber-Kreis Baden-Württembergs mit 4,5 l/m². Vor allem wegen der noch fehlenden frischen Bodenvegetation
erhöhte sich die Gefahr von Wald- und Flächenbränden in einigen Gebieten auf die zweithöchste Stufe. Zahlreiche kleinere Feuer brachen aus.


Viertsonnigster März seit Messbeginn 1951

Der März 2012 erreichte bundesweit mit rund 168 Sonnenstunden immerhin 152 Prozent seines Solls von 111 Stunden. Damit war der März 2012 sogar sonniger als der Sommermonat Juli 2011, der nur 158 Stunden schaffte. In der 1951 beginnenden Messreihe landete der März 2012 auf dem vierten Platz hinter den Jahren 1953, 2011 und 2003 mit 194, 187 und 171 Sonnenscheinstunden. Das sonnige Frühlingswetter war in erster Linie dem Hochdruckgebiet „Harry“ zu verdanken, das große Teile Deutschlands ab dem 19. beeinflusste. Die Hochs „Eitel“ und „Falk“ sowie anfangs auch „Gulliver“ brachten in der ersten Monatshälfte dagegen einigen Regionen zähen Hochnebel, vor allem im Norden bzw. in
Küstennähe. So kam Oldenburg in Niedersachsen nur auf 121 Sonnenstunden. Dem gegenüber stand der ungewöhnlich sonnenscheinreiche Süden mit neuen Stationsrekorden, wie Rheinfelden am Hochrhein mit 247 Stunden, wo in der seit 1953 bestehenden Messreihe erst 2011 mit 195 Stunden ein neuer Spitzenwert für den März aufgetreten war.


Das Wetter in den südlichen Bundesländern im März 2012

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)


Hessen: Hier betrug die Sonnenscheindauer 172 Stunden (107 Stunden) und die Mitteltemperatur 7,3°C (3,7°C). In Michelstadt im Odenwald stieg das Quecksilber am 16. auf 23,3°C. Die Niederschlagsmenge kam in Hessen auf 16 l/m² (62 l/m²). Trockenheit und Sonnenschein verursachten bereits zahlreiche Brände: Durch Funkenflug entstand an der Bahnstrecke zwischen Rodenbach und Hanau am 22. ein mehrere Kilometer langer Böschungsbrand. Bei Wartenberg im östlichen Vogelsbergkreis mussten am 22. ebenfalls mehrere Feuer gelöscht werden. Am 25. um 16 Uhr sank die relative Luftfeuchtigkeit in
Wiesbaden auf nur 13 Prozent.

Rheinland-Pfalz: Im März 2012 gehörte Rheinland-Pfalz mit 7,8°C (4,2°C) zu den wärmeren und mit 183 Stunden (110 Stunden) zu den besonders sonnigen Regionen. Beim Niederschlag fielen mit 15 l/m² (64
l/m²) lediglich 24 Prozent des Klimawertes. Bei Höhr-Grenzhausen im Westerwald konnte die Feuerwehr am 26. einen größeren Waldbrand verhindern.

Saarland: Das Saarland zeigte sich im März 2012 mit durchschnittlich 7,9°C (4,6°C) als das zweitwärmste, mit 193 Sonnenstunden (114 Stunden) als das zweitsonnigste Bundesland bei insgesamt 19 Litern
Niederschlag pro m² (79 l/m²). Diese Menge entsprach nicht einmal einem Viertel des für diesen Monat erwarteten Solls. Ende März begann in einigen Gegenden bereits die Blüte der Süßkirschen.

Baden-Württemberg: Die Durchschnittstemperatur in Baden-Württemberg betrug 6,8°C (3,6°C). Dort lagen die wärmsten Orte: Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, konnte am 16. mit 23,9°C
die deutschlandweit höchste Temperatur verbuchen. In Rheinfelden am Hochrhein stieg das Quecksilber an insgesamt elf Tagen über 20°C. Ende des Monats fingen im Oberrheingraben bereits einige Süßkirschen zu
blühen an. Baden-Württemberg war mit 204 Stunden (117 Stunden) das mit Abstand sonnigste Bundesland. Zahlreiche Messstellen meldeten neue Spitzenwerte. Auch Rheinfelden am Hochrhein übertraf in einer fast 60-jährigen Beobachtungsreihe seinen erst im letzten Jahr aufgestellten März-Rekord von 194 Stunden und präsentierte sich mit 246 Stunden als sonnenscheinreichste Station Deutschlands. Beim Niederschlag erreichte Baden-Württemberg 19 l/m² und blieb damit weit unter seinem Soll (70 l/m²) zurück. Im niederschlagsärmsten Ort Deutschlands, Bad Mergentheim-Neunkirchen im Main-Tauber-Kreis, fielen im März 2012 mit 4,5 l/m² nur 8 Prozent der durchschnittlichen Menge. Durch die Trockenheit entstanden zahlreiche Brände. Ein Feuer zwischen Hochsal und Grunholz bei Laufenburg in Südbaden kostete sogar ein Menschenleben.

Bayern: Laut DWD-Experten war Bayern im März 2012 bei 182 Sonnenstunden (119 Stunden) mit 6,1°C (2,9°C) das vergleichsweise kühlste und mit 20 l/m² (62 l/m²) das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Reit im Winkl hieß die deutsche Station mit dem meisten Regen und Schnee: Hier fielen insgesamt 62 l/m². Dennoch machte sich auch in Bayern die Trockenheit deutlich bemerkbar: Am 25. um 16 Uhr
betrug die relative Luftfeuchtigkeit in Arnstein bei Schweinfurt nur 14 Prozent. Am gleichen Tag verhinderten 150 Feuerwehrleute bei Harburg im Landkreis Donau-Ries einen größeren Waldbrand. In der Nähe von Deutelhausen bei Rosenheim brannte am 26. ein 1000 m² großes Stück einer abgeholzten Waldfläche.



Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
pressestelle@dwd.de






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