Deutschlandwetter im September 2013 Trotz Start mit Hitze: Ein trüber und nasser September

Stand: 09/27/2013


Deutschland erlebte 2013 einen auch mal spätsommerlich schönen, meist aber zu kühlen und nassen
September mit wenig Sonnenschein. Zwar brachte Hoch „Hannah“ zu Beginn eine kurze, intensive Hitzeperiode - Tief „Nandor“ leitete dann aber mit einem markanten Temperatursturz abrupt den Herbst ein. Danach dominierte zwei Wochen eine kühle und unbeständige Nordwestlage. In der letzten Dekade des Monats sorgten Hochdruckgebiete für teils sonniges, aber oft auch neblig-trübes Wetter. Das meldet der
Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Temperatur war mit 13,5 Grad Celsius recht durchschnittlich

Der September war in Deutschland mit 13,5 Grad Celsius durchschnittlich 0,2 Grad wärmer als nach der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 und traf genau den Klimawert der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010. Deutschland befand sich anfangs im Bereich sehr warmer Mittelmeerluft, die im Westen nochmals zu hochsommerlichen Temperaturen führte. An zahlreichen Stationen des DWD wurden dabei sogar bisherige Spitzenwerte für den September überboten. So übertraf Geilenkirchen, nördlich von Aachen, am 5. mit 34,0°C den alten Rekord vom 5.9.1973 um 2,0 Grad und war der bundesweit wärmste Ort des Monats. Tief „Nandor“ über den Britischen Inseln verursachte mit seinen Ausläufern am 7. einen markanten Temperartursturz. Damit begann eine zweiwöchige, herbstlich kühle Witterungsphase. Im letzten Drittel herrschte dann Hochdruckeinfluss mit im Norden auch recht frischen Nächten.

September war deutschlandweit deutlich zu nass

Mit 82 Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf der September sein Soll von 61 l/m² um 34 Prozent. Nach Abzug des Hochs „Hannah“ nistete sich Tief „Nandor“ über Deutschland ein, an dessen Rand
Teiltiefs entgegen dem Uhrzeigersinn zirkulierten. In Borken, östlich von Bocholt, fielen vom Morgen des 8. bis zum Morgen des 10. rund 68 l/m². In Mühlheim an der Donau hinterließ ein heftiges Gewitter am Abend des 7. eine Hageldecke bis zu 10 cm Höhe. Nachfolgend setzte sich eine Nordwestströmung mit rasch aufeinander folgenden Frontensystemen durch, die besonders den Staulagen der Alpen und Mittelgebirge große Regenmengen brachten. Dabei fielen am 18. in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land 82,2 l/m². Hier und im Allgäu entstanden Monatsummen von örtlich mehr als 290 l/m². Am trockensten blieb ein Streifen ganz im Osten von Rügen bis hinunter zur Oberlausitz mit teils weniger als 25 l/m² im Mittel.

Die Sonne machte sich rar

Die Sonnenscheindauer blieb im September mit 122 Stunden um 18 Prozent unter ihrem Soll von 149 Stunden. Wie bereits im August begünstigte die Sonne im Septem-ber den äußersten Nordosten und den
äußersten Südwesten, wo das Soll örtlich überboten wurde. Besonders sonnenarme Gebiete waren das Sauerland und der Harz.

Das Wetter in den südlichen Bundesländern im September 2013
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)


Hessen: Die DWD-Experten registrierten für Hessen eine Durchschnittstemperatur von 13,5°C (13,2°C), eine Niederschlagsmenge von 71 l/m² (57 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von 116 Stunden (142 Stunden).

Rheinland-Pfalz: Im September gehörte Rheinland-Pfalz mit 14,0°C (13,5°C) zu den wärmeren Regionen. Der Niederschlag übertraf mit 88 l/m² das Soll (60 l/m²) deutlich, der Sonnenschein blieb mit 139
Stunden (151 Stunden) dagegen leicht darunter.

Saarland: Hier verlief der September im Vergleich zu anderen Bundesländern mit 14,0°C (13,7°C) warm, mit 141 Stunden (158 Stunden) sonnig und mit 104 l/m² (70 l/m²) nass. Am 7. fielen in Mettlach-Orscholz an der Saarschleife 81,5 l/m².

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg präsentierte sich im September 2013 mit 13,9°C (13,3°C) als ein warmes, mit 109 l/m² (70 l/m²) als ein nasses und mit 148 Stunden (166 Stunden) als ein sonnenscheinreiches Bundesland. Im Donautal zwischen Tuttlingen- Nendingen und Fridingen richteten heftige Gewitter am 7. schwere Schäden an: In Mühlheim an der Donau ging zwischen 20 Uhr und 20.30
Uhr extremer Starkregen mit Hagel nieder. In der Mühlheimer Vorstadt lag der Hagel bis zu 10 cm hoch. Der Südschwarzwald gehörte deutschlandweit sowohl zu den zu den Gebieten mit dem meisten Niederschlag als auch mit dem meisten Sonnenschein.

Bayern: Bayern zählte mit 13,0°C (12,8°C) zu den kälteren Bundesländern. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer summierte sich auf 129 Stunden (160 Stunden) und die Niederschlagsmenge auf
103 l/m² (72 l/m²). Die bundesweit größten Monatssummen fielen im Allgäu und im Berchtesgadener Land mit örtlich mehr als 290 l/m². Allein am 18. meldete Marktschellenberg in 24 Stunden 82,2 l/m².


Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
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