Winddrehung

Spricht man in der Meteorologie von einer Winddrehung, so ist entweder eine Winddrehung an einem bestimmten Ort mit der Höhe oder aber eine zeitliche Änderung der Windrichtung an einem bestimmten Ort in einer festen Höhe gemeint. Beispielsweise tritt eine Winddrehung mit der Höhe immer in der Reibungsschicht bzw. der planetaren Grenzschicht auf. Dort dreht sich der Wind bis zum Oberrand der Reibungsschicht, der je nach Schichtungsstabilität bis etwa 1 Kilometer hoch liegen kann, unter Stärkezunahme nach rechts. Erreicht er den Oberrand der Reibungsschicht, so geht er idealerweise in den geostrophischen, reibungsfreien Wind über. Oberhalb der Reibungsschicht kann sich ebenfalls die Windrichtung mit der Höhe ändern. Ursache hierfür ist immer eine Advektion unterschiedlich temperierter Luftmassen. Dabei entspricht eine Rechtsdrehung des Windes mit der Höhe einer Warmluftadvektion und eine Linksdrehung mit der Höhe einer Kaltluftadvektion. Die Ursache für eine zeitliche Windänderung in einem bestimmten Niveau sind entweder lokale Zirkulationsmuster, meistens jedoch durchziehende Drucksysteme. Ein wichtiger Begriff in diesem Kontext ist das Rückdrehen (Drehung nach rechts) des Windes nach dem Durchgang einer Kaltfront.





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