Deutschlandwetter im Juli 2010 Sonnenscheinreich und anfangs sehr heiß

Stand: 07/30/2011
Der Juli 2010 begann wie der Juni geendet hatte: sonnig und sehr trocken. Hinzu kam auch noch
verbreitet große Hitze, vielfach mit Spitzenwerten von über 35 Grad Celsius. An einzelnen Stationen wurden neue Juli-Rekorde aufgestellt. Erst die letzte Monatsdekade brachte dann vielerorts ergiebige Niederschläge, so dass der Juli insgesamt sogar etwas zu nass ausfiel. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 100 Messstationen.

Zunächst brütende Hitze, im letzten Drittel dann angenehmer

Im Juli 2010 lag die bundesweite Durchschnittstemperatur mit 20,2 Grad Celsius (°C) um 3,3 Grad über dem klimatologischen Mittel von 16,9°C. Anfangs befand sich der Monat auf Hitze-Rekordkurs.
Bendorf, bei Koblenz am Rhein, meldete mit 38,8°C am 10. den absoluten Spitzenwert. Auch viele „Tropennächte“ mit Tiefstwerten oberhalb 20 Grad wurden gemeldet. Die Wassertemperaturen an der
Ostsee betrugen zeitweise bis zu 23°C, überall kamen Badehungrige und Sonnenanbeter auf ihre Kosten. Den Älteren und Kranken machte dagegen die Hitze schwer zu schaffen. Auch Pflanzen litten unter der
für Mitteleuropa extremen Witterung: Notreife beim Getreide, Abfallen unreifen Obstes und Blattfärbung der Laubbäume. Tief „Quendeline“ beendete am 22. mit seinen Ausläufern die Hitzewelle. Nachts zeigte das Thermometer nun wieder deutlich niedrigere Werte. Die offiziell tiefste Temperatur des Monats
meldete Gilserberg-Moischeid in Nordhessen am 25. mit 2,5°C. Am Ende landete der Juli 2010 in der Rangliste hinter 2006, 1994 und 1983 immerhin noch in den Top 5.

Erst verbreitet sehr trocken, dann vielerorts ergiebiger Regen

Wie bereits 2007, 2008 und 2009 übertraf bundesweit auch der Juli 2010 mit rund 85 Litern pro Quadratmeter (l/m²) sein Soll von 78 l/m². Anfangs setzte sich die im Juni begonnene großer Trockenheit
fort. In den Heidegebieten im Norden und Osten sowie entlang der Unterelbe herrschte über mehrere Wochen hinweg höchste Waldbrandgefahr. In Sachsen-Anhalt wüteten einige Brände, die
mindestens 50 Hektar Wald vernichteten. Im letzten Monatsdrittel dann zogen Niederschlagsgebiete mit tlw. intensiven Regenfällen über viele Regionen Deutschlands hinweg. Besonders in Bayern und Sachsen
schüttete es dabei gebietsweise recht kräftig. So meldeten Plauen im Vogtland am 23. 114,1 l/m² und Sigmarszell-Zeisertsweiler bei Lindau am Bodensee am 27. 106,2 l/m². Nasseste Station war
Oy-Mittelberg-Petersthal im Allgäu mit einer Monatsmenge von etwa 437 l/m². In einigen Regionen, vor allem im Nordosten Deutschland, blieb es jedoch beim Niederschlagsdefizit.

Ein sehr sonnenscheinreicher Monat, besonders im Norden

Im Juli 2010 schien die Sonne rund 290 Stunden, also 38 Prozent über dem Soll von 209 Stunden. An einigen Stationen gab es neue Monatsrekorde. Begünstigt war vor allem die Küste Mecklenburg-Vorpommerns: die Greifswalder Oie erreichte rund 357 Stunden. Garmisch-Partenkirchen meldete dagegen nur etwa 224 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Juli 2010

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)

Hessen: Hessen zählte mit 20,1°C (16,9°C) zu den kühleren Bundesländern. Hier wurde in Gilserberg-Moischeid bei Frankenberg/Eder am 25. mit 2,5°C auch die deutschlandweit tiefste
Temperatur ge-messen. Die Regenmenge lag im Schnitt bei 64 l/m² (71 l/m²) und die Sonnenscheindauer bei 277 Stunden (205 Stunden).

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz meldete für Juli eine Durchschnittstemperatur von 20,2°C (17,1°C). Bendorf bei Koblenz war mit 9 Tagen über 35°C und einem Spitzenwert von 38,8°C wärmste
deutsche Station. Beim Sonnenschein notierte man 280 Stunden (205 Stunden) und beim Niederschlag 71 l/m² (69 l/m²). Starker Regen brachte am 23. in Nastätten im nördlichen Taunus 64,5 l/m².

Saarland: Das Saarland war im Juli 2010 mit durchschnittlich 19,9°C (17,5°C) das drittkälteste Bundesland. Die Regenmenge lag mit 72 l/m² im Bereich des Solls (71 l/m²), die Sonnenscheindauer mit 293 Stunden (234 Stunden) dagegen deutlich darüber.

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg war mit 19,6°C (17,1°C) das zweitkälteste, mit 110 l/m² (84 l/m²) das drittnasseste und mit 272 Stunden (234 Stunden) das sonnenscheinärmste Bundesland.

Bayern: Bayern landete mit einer Temperatur von 19,5°C (16,7°C) auf dem letzten und mit 126 l/m² (97 l/m²) auf dem zweiten Platz. Sturm und extremer Regen sorgten am 17. in Niederbayern für enorme
Schäden. Fürstenzell bei Passau meldete dabei 101,1 l/m². Durch gewaltige Regenmassen entstand am 27. in der Bodenseeregion Hochwasser. In Sigmarszell-Zeisertsweiler fielen dabei 106,2 l/m².
Hagel mit Korngrößen bis zu neun bzw. sieben Zentimeter wurde am 16. im Raum Starnberger See und am 22. in Ober- und Unterammergau sowie am Walchensee beobachtet. Die Sonne schien im Mittel 279 Stunden (222 Stunden) lang. Die sonnenärmste Region war diesmal Garmisch-Partenkirchen mit etwa 224 Stunden.



Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
pressestelle@dwd.de






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