Deutschlandwetter im Frühling 2016

Stand: 05/30/2016

Immer wieder Kaltluft von Norden, erste heiße Tage, zum Ende Gewitter
Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen der Frühling nahezu ausnahmslos zu warm verlief, präsentierte sich der Frühling 2016 mit insgesamt ausgeglichenen Temperaturen. Die Niederschlagsmenge der Monate März, April und Mai blieb leicht unter dem vieljährigen Mittel, die Sonnenscheindauer lag geringfügig über dem Soll. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Eisheilige machten ihrem Namen Ehre, oft aber auch sommerliche Wärme
Die Durchschnittstemperatur der drei Frühlingsmonate lag mit 8,5 Grad Celsius (°C) um 0,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990, entsprach andererseits genau dem Mittel der Vergleichsperiode 1981 bis 2010. Trotzdem empfanden viele Menschen in Deutschland den Frühling „gefühlt“ als zu kühl. Grund dafür ist, dass dieser innerhalb der letzten 28 Jahre nur dreimal zu kalt, aber 17mal um mindestens ein Grad zu warm ausfiel. Eine Abweichung von mehr als zwei Grad gab es sogar sechsmal, davon fünfmal in den letzten Jahren seit 2007. In diesem Jahr kam es dagegen immer wieder zu typischen Kaltluftvorstößen, die in den Vorjahren oft völlig gefehlt hatten. So war auch Pfingsten 2016, insbesondere am 15. und 16. Mai, in vielen Gebieten Süddeutschlands kälter als das extrem warme Weihnachten 2015. Die bundesweit tiefste Temperatur des Frühlings meldete am 1. März Sohland, südlich von Bautzen, mit -10,5 °C. Die wärmsten Tage, und sogar einige „heiße Tage“, fielen typischerweise in den Mai. Besonders im Nordosten Deutschlands konnten etliche Stationen an mehr als zehn Tagen Temperaturen über 25 °C registrieren. Am höchsten kletterte dabei das Quecksilber in Jena: am 22. Mai bis auf 31,4 °C.

Im Nordosten erheblich zu trocken, im Südwesten niederschlagsreich
Wie bereits viermal in den letzten fünf Jahren konnte auch der Frühling 2016 sein bundesweites Soll von 185 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 167 l/m² erreichte er nur 90 Prozent des vieljährigen Durchschnitts. Unter häufigem Hochdruckeinfluss verlief der Frühling im äußersten Nordosten trocken, wobei in Vorpommern örtlich kaum 50 l/m² zustande kamen. Den Süden dagegen überquerten mehrmals Tiefdruckgebiete, die verbreitet große Regenmengen brachten. Dabei meldete am 29. Mai Gundelsheim, nördlich von Heilbronn, mit 122,1 l/m² die bundesweit höchste Summe des Tages. Insgesamt fiel im südlichen Schwarzwald mit etwa 540 l/m² der meiste Niederschlag. Heftige Gewitter mit Sturm, Starkregen und Hagel richteten in der letzten Maidekade im Westen und Süden Deutschlands örtlich schwere Schäden an.


Viel Sonne an der Ostseeküste – viele Wolken im Saarland
Im Frühling 2016 lag die Sonnenscheindauer in Deutschland mit etwa 465 Stunden geringfügig über ihrem Soll von 459 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne an der Ostseeküste und auf den vorgelagerten Inseln mit bis zu 645 Stunden. Im Saarland kam sie dagegen nur auf rund 380 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Frühling 2016
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Die Meteorologen des DWD notierten für Schleswig-Holstein 8,6 °C (7,1 °C), fast 130 l/m² (155 l/m²) und etwa 510 Sonnenstunden (492 Stunden), für Hamburg 9,2 °C (8,0 °C), gut 140 l/m² (163 l/m²) und rund 485 Stunden (470 Stunden) Sonnenschein.

Niedersachsen und Bremen:
In Niedersachsen betrug die Temperatur 8,9 °C (7,9 °C), die Niederschlagsmenge rund 120 l/m² (168 l/m²) und die Sonnenscheindauer knapp 495 Stunden (455 Stunden). Bremen erreichte 9,2 °C (8,0 °C), fast 140 l/m² (159 l/m²) und über 495 Stunden (462 Stunden) Sonnenschein.

Mecklenburg-Vorpommern:
Hier kam die Temperatur auf 9,0 °C (7,2 °C). Mecklenburg-Vorpommern präsentierte sich im Frühling 2016 mit rund 85 l/m² (134 l/m²) als das trockenste und mit annähernd 550 Stunden (516 Stunden) als das sonnenscheinreichste Bundesland. Dies waren beim Niederschlag nur 64, beim Sonnenschein aber 106 Prozent des Solls. Das trockenste Gebiet Deutschlands war im Frühling Vorpommern, wo örtlich weniger als 50 l/m² fielen. Den meisten Sonnenschein erhielt die Insel Rügen und die Umgebung mit bis zu 645 Sonnenstunden.

Brandenburg und Berlin: Im Frühling 2016 war Brandenburg mit 9,5 °C (8,2 °C) die zweitwärmste, mit etwa 95 l/m² (131 l/m²) eine recht trockene und mit beinahe 540 Stunden (507 Stunden) die zweitsonnigste Region Deutschlands. Berlin war mit 10,1 °C (8,7 °C) das wärmste, mit gut 90 l/m² (132 l/m²) das zweittrockenste und mit fast 535 Stunden (507 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland.

Sachsen-Anhalt: Bei durchschnittlich 9,2 °C (8,1 °C) meldete Sachsen-Anhalt im Frühling 2016 eine Niederschlagsmenge von knapp 95 l/m² (135 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von rund 520 Stunden (468 Stunden).

Sachsen: In Sachsen lag die Temperatur im Frühling 2016 bei 8,5 °C (7,6 °C), die Niederschlagsmenge bei aufgerundet 135 l/m² (171 l/m²) und die Sonnenscheindauer bei fast 490 Stunden (460 Stunden). In Sohland, südlich von Bautzen, trat am 1. März mit -10,5 °C die bundesweit tiefste Temperatur des Frühlings auf. Heftige Gewitter entluden sich am 23. Mai in Ostsachsen. Bei Bautzen lag der Hagel fast einen halben Meter hoch. Die Bahnstrecke Dresden-Prag im Elbsandsteingebirge bei Bad Schandau wurde von einer Gerölllawine verschüttet.

Thüringen: Thüringen gehörte im Frühling 2016 mit 8,1 °C (7,1 °C) zu den kühleren Bundesländern. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf etwa 145 l/m² (176 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf fast 460 Stunden (448 Stunden). Jena war im Frühling der wärmste Ort Deutschlands. Dort stieg das Quecksilber am 22. Mai auf 31,4 °C.

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen meldete eine mittlere Temperatur von 8,9 °C (8,3 °C), eine Niederschlagsmenge von rund 150 l/m² (205 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von über 465 Stunden (441Stunden). Nach einem Gewittersturm mussten am 22. Mai in Minden-Meißen fünf Häuser wegen Einsturzgefahr evakuiert werden.

Hessen: Hessen
gehörte mit 8,3 °C (7,8 °C) zu den eher kühleren, mit fast 190 l/m² (191 l/m²) zu den niederschlagsreicheren und mit knapp 450 Stunden (452 Stunden) zu den sonnenscheinärmeren Bundesländern. Heftige Gewitter verwandelten am 27. Mai mehrere Straßen in Wiesbaden und in Hofheim am Taunus in Flüsse.

Rheinland-Pfalz:
Im Frühling zählte Rheinland-Pfalz mit 8,4 °C (8,1 °C) zu den kühleren, mit über 220 l/m² (191 l/m²) zu den niederschlagsreichen und mit etwa 430 Stunden (453 Stunden) zu den sonnenarmen Regionen Deutschlands. Nach schweren Gewittern am 27. Mai lag der Hagel in der Osteifel bis zu 30 cm hoch. Bei Hatzenport an der Mosel entgleiste ein Zug auf der Strecke Koblenz-Trier infolge eines Erdrutsches.

Saarland: Während im Frühling 2016 alle anderen Bundesländer leicht zu warm ausfielen, traf das Saarland mit 8,4 °C genau seinen Klimawert (8,4 °C). Mit über 305 l/m² war es das niederschlagsreichste Bundesland. Die Menge entsprach 138 Prozent des Solls (222 l/m²). Das Saarland war mit rund 380 Stunden auch die sonnenscheinärmste Region des Bundesgebietes und erreichte nur 82 Prozent des vieljährigen Durchschnitts (468 Stunden). In Saarbrücken lagen 20 cm Schnee am Abend des 7. März.

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg war im Frühling mit 8,0 °C (7,6 °C) neben Bayern das kühlste Bundesland. Beim Niederschlag landete man mit beinahe 270 l/m² (243 l/m²) auf dem zweiten, beim Sonnenschein mit rund 430 Stunden (457 Stunden) dagegen auf dem vorletzten Platz. Im Südschwarzwald ertrank am 17. April ein Junge in einem Hochwasser führenden Bach. Am 29. Mai fielen bei einem Wolkenbruch gewaltige Wassermassen - drei Menschen ertranken. Die größte Tagessumme fiel dabei in Gundelsheim, nördlich von Heilbronn, mit 122,1 l/m². Den insgesamt meisten Niederschlag des Frühlings registrierte man im Südschwarzwald, mit bis zu 540 l/m².

Bayern: Bayern war mit 8,0 °C (7,2 °C) neben Baden-Württemberg das kühlste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug etwa 210 l/m² (223 l/m²) und die Sonnenscheindauer gut 450 Stunden (466 Stunden). Am 13. April fielen in Bad Tölz bis zu 3 cm dicke Hagelkörner, und häuften sich auf Straßen und Gehwegen. Fürstenzell bei Passau meldete am 12. Mai eine Niederschlagssumme von 78,1 l/m².




Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
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