Deutschlandwetter im Herbst 2015

Stand: 11/30/2015
Zeitweilig ungewöhnlich warm - Niederschlag und Sonnenschein im Soll
Pünktlich zum Herbstbeginn endete die hochsommerliche Hitze in Deutschland. Die Monate September und Oktober waren bundesweit vergleichsweise kühl und sonnenscheinarm, vor allem aber erneut zu trocken – wie zuvor alle Monate seit Februar. Erst der November brachte wieder mehr Niederschläge und auch mehr Sonnenschein bei teilweise ungewöhnlich hohen Temperaturen. Das ergibt für den Gesamtzeitraum gegenüber den vieljährigen Mittelwerten einen insgesamt sehr milden Herbst, während Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer nur geringe Abweichungen zeigen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

September und Oktober eher kühl, dann folgt ein Rekord-November
Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 war der Herbst 2015 mit 9,6 Grad Celsius (°C) um 0,8 Grad zu warm. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,6 Grad. Am 1. September kletterte das Quecksilber im Süden und Osten Deutschlands nochmals auf hochsommerliche Werte. Heißester Ort war dabei Aldersbach-Kriesdorf in Niederbayern mit 34,4 °C. Anschließend verdrängte Tief „Jonas“ auch hier – wie zuvor schon im Norden und Westen – die Hitze aus Deutschland. Nur noch vereinzelt wurden im September 25 °C überschritten. Ein Höhentief ließ am 14. und 15. Oktober verbreitet sogar nur Höchstwerte unter 5 °C zu. Danach folgte ein Rekord-November, oftmals mit Tageshöchsttemperaturen bis 20 °C, am Oberrhein wurden am 7. sogar über 23 °C gemessen. In der letzten Monatsdekade wurde es deutlich kühler. Der niedrigste Messwert des Herbstes wurde am 24. November mit -15,5 °C in Oberstdorf über geschlossener Schneedecke registriert.

Anfangs verbreitet zu trocken, im November dann reichlich Niederschläge
Mit rund 200 l/m² übertraf der Herbst sein Soll von 183 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um neun Prozent. Nachdem besonders die Mitte Deutschlands und große Teile des Südens seit Februar unter einer Dürre gelitten hatten, folgten im Herbst noch die trockenen Monate September und Oktober. Erst der November brachte um den 20.
verbreitet Niederschläge. So fielen in Lenzkirch-Ruhbühl im Südschwarzwald allein am 20. und 21. November zusammen 97 l/m². Weiter südlich, in St. Blasien-Menzenschwand, waren es sogar 186 l/m². Bereits am 14. Oktober hatte ein Höhentief vor allem in der Mitte Deutschlands den ersten Schnee der Saison verursacht. Dieser
lag in Thüringen und Sachsen teilweise 10 cm hoch. Noch mehr Schnee fiel in der letzten Novemberdekade: Am 23. meldete z.B. Sonthofen im Allgäu 18 cm, Oy-Mittelberg gar 28 cm.

Sonnenscheinbilanz nahezu ausgeglichen
Die Sonnenscheindauer blieb im Herbst 2015 mit etwa 304 Stunden um zwei Prozent unter ihrem Soll von 311 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne im äußersten Südwesten sowie entlang der Grenze zu Polen mit örtlich mehr als 375 Stunden. Wenig Sonnenschein erhielt das Sauerland mit teilweise weniger als 230 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Herbst 2015
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Schleswig-Holstein gehörte im Herbst mit 10,2 °C (9,2 °C) zu den wärmeren Regionen Deutschlands und war mit rund 280 l/m² (232 l/m²) das niederschlagsreichste Bundesland. Die Sonne zeigte sich rund 310 Stunden (292 Stunden). Hamburg war mit 10,4 °C (9,6 °C) das zweitwärmste und mit ca. 275 l/m² (195 l/m²) das Bundesland mit dem zweitmeisten Niederschlag. Die Sonnenscheindauer betrug etwa 315 Stunden (285 Stunden).

Niedersachsen und Bremen: Für Niedersachsen registrierten die DWD-Experten im Herbst 10,1 °C (9,3 °C). Mit rund 240 l/m² (182 l/m²) war es ein niederschlagsreiches Bundesland bei etwa 295 Sonnenstunden (282 Stunden). Bremen war mit 10,6 °C (9,6 °C) das wärmste Bundesland. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf rund 230 l/m² (186 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf etwa 285 Stunden (284 Stunden).

Mecklenburg-Vorpommern: Bei durchschnittlich 9,9 °C (9,0 °C) fielen hier rund 185 l/m² (145 l/m²). Obwohl Mecklenburg-Vorpommern im November zu den sonnenscheinarmen Regionen zählte, war es im Herbst 2015 mit ungefähr 330 Stunden (312 Stunden) insgesamt ein eher sonniges Bundesland.

Brandenburg und Berlin: In Brandenburg lag die mittlere Temperatur im Herbst 2015 bei 9,9 °C (9,2 °C) und die Niederschlagsmenge bei kaum 175 l/m² (127 l/m²). Mit etwa 350 Stunden (316 Stunden) belegte Brandenburg beim Sonnenschein den zweiten Platz. Nur Berlin erhielt im Herbst mit annähernd 355 Stunden (315 Stunden) noch mehr Sonnenschein. Berlin gehörte außerdem mit 10,3 °C (9,5 °C) zu den wärmeren und mit zirka 170 l/m² (128 l/m²) zu den trockenen Bundesländern.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt meldete im Herbst 2015 durchschnittlich 9,9 °C (9,2 °C). Obwohl die Niederschlagsmenge mit gut 155 l/m² um 33 Prozent über dem Soll (120 l/m²) lag, war Sachsen-Anhalt damit wieder einmal das trockenste aller Bundesländer. Die Sonne schien etwa 315 Stunden (299 Stunden).

Sachsen: Sachsen kam im Herbst auf 9,5 °C (8,8 °C) und etwa 185 l/m² (155 l/m²). Mit rund 330 Stunden (319 Stunden) zählte es zu den sonnigen Bundesländern. Bad Muskau in der Oberlausitz meldete am 1. September nochmals 33,8 °C. Starke Schneefälle führten am 14. Oktober in Zwickau und Umgebung zu einer sehr frühen, mehr als 10 cm hohen ersten Schneedecke.

Thüringen: Thüringen ordnete sich im Herbst 2015 mit 9,1 °C (8,2 °C) bei den kühleren, mit rund 165 l/m² (155 l/m²) bei den trockeneren und mit etwa 270 Stunden (299 Stunden) bei den sonnenscheinärmeren Bundesländern ein. Für die Jahreszeit ungewöhnlich früh, am 14. Oktober lag fast ganz Thüringen unter einer geschlossenen Schneedecke. Diese erreichte in Weimar-Schöndorf mit 8 cm ihre größte Höhe.

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen zählte diesmal mit 10,1 °C (9,5 °C) zu den wärmeren und mit ca. 235 l/m² (208 l/m²) zu den niederschlagsreichen Bundesländern. Beim Sonnenschein notierten die DWD-Experten rund 290 Stunden (294 Stunden). Das Sauerland gehörte mit bis zu 410 l/m² zu den niederschlagsreichsten, und mit örtlich weniger als 230 Stunden zu den sonnenscheinärmsten Regionen Deutschlands.

Hessen: Hessen zeigte sich im Herbst 2015 mit 9,4 °C (8,6 °C) als ein vergleichsweise kühles und mit rund 265 Stunden (285 Stunden) als ein sonnenscheinarmes Bundesland. Die Niederschlagsmenge für Hessen lag bei rund 180 l/m² (188 l/m²).

Rheinland-Pfalz: Bei durchschnittlich 9,6 °C (8,9 °C) fielen hier im Herbst etwa 195 l/m² (199 l/m²). Mit rund 265 Stunden (308 Stunden) gehörte Rheinland-Pfalz zu den eher sonnenscheinärmeren Bundesländern.

Saarland: Im Saarland lag die mittlere Temperatur im Herbst bei 9,6 °C (9,2 °C). Außerdem war es mit zirka 240 l/m² (241 l/m²) ein vergleichsweise niederschlagsreiches und das insgesamt sonnenscheinärmste Bundesland: Mit rund 245 Stunden kam es nur auf 78 Prozent seines Solls (317 Stunden).

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg zählte im Herbst 2015 mit 9,3 °C (8,5 °C) eher zu den kühlen Bundesländern. Die Niederschlagsmenge betrug etwa 185 l/m² (220 l/m²) und die Sonnenscheindauer 325 Stunden (344 Stunden). Emmendingen-Mundingen verzeichnete vom 5. bis zum 9. November fünf Tage mit mehr als 20 Grad Celsius (°C). Am 20. November ging in Baden-Württemberg eine lange Trockenperiode zu Ende. So fielen im Schwarzwaldort Lenzkirch-Ruhbühl in 48 Stunden 97 l/m². Noch mehr Regen gab es in St. Blasien-Menzenschwand, 15 km weiter südlich: Hier waren es vom 20. auf den 21. November 186 l/m². Das südliche Baden-Württemberg gehörte im Herbst mit bis zu 390 Stunden zu den sonnenscheinreichsten Regionen Deutschlands.

Bayern: Im Herbst 2015 war Bayern mit 9,0 °C (7,9 °C) das kälteste Bundesland. Es erreichte ungefähr 205 Liter Niederschlag/m² (204 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von rund 310 Stunden (335 Stunden). Die deutschlandweit höchste Temperatur des Herbstes wurde am 1. September mit 34,4 °C in Aldersbach-Kriestorf, südwestlich von Vilshofen, gemessen. Am tiefsten sank das Quecksilber ebenfalls in Bayern: Am 24. November meldete Oberstdorf ein nächtliches Minimum von -15,5 °C. Bereits am 14. Oktober meldete Hof 4 cm Schnee. Noch höher lag der Schnee am 23. November: Sonthofen im Allgäu meldete 18 cm, Oy-Mittelberg sogar 28 cm.



Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
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