Deutschlandwetter im Dezember 2012 Winterlicher Beginn, dann zu Weihnachten extrem mild mit viel Regen

Stand: 12/28/2012
Im Dezember 2012 dominierten in Deutschland meist Tiefdruckgebiete - erst mit Schnee, dann mit
Regen. Sie lenkten anfangs oft kalte, später dann jedoch überwiegend milde Luft heran. An Weihnachten herrschten dabei ungewöhnliche milde, geradezu frühlingshafte Temperaturen. Das ergab insgesamt
einen etwas zu warmen, deutlich zu feuchten Dezember, mit leicht unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Anfangs recht kalt – zu Weihnachten jedoch frühlingshaft

Im Dezember lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland mit 1,5 Grad Celsius (°C) um 0,7 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961-1990. Gegenüber der Vergleichsperiode
1981-2010 betrug die Abweichung plus 0,3 Grad. Deutschland befand sich zunächst im Bereich skandinavischer Kaltluft. In Sohland, südlich von Bautzen, sank die Temperatur am 8. auf minus 22,4°C. Die
Kälte wurde ab dem 14. von den Ausläufern des atlantischen Sturmtiefs „Nicki“ nach Osten abgedrängt. Zu Beginn des letzten Monatsdrittels verlief dann eine scharfe Luftmassengrenze quer durch Deutschland: In den Osten und Norden gelangte kalte Ostluft, während der Südwesten in milder Meeresluft verblieb. Ausgerechnet zu Weihnachten erfolgte ein ungewöhnlicher Warmluftvorstoß, der frühlingshafte Temperaturen in ganz Deutschland brachte. So kletterte an Heiligabend das Quecksilber am Oberrhein teilweise auf neue Feiertags-Rekordwerte: Freiburg meldete 18,9°C und das etwas weiter nördlich gelegene Emmendingen-Mundingen 18,7°C. Nur 1977 und 1983 hatten die Menschen in Deutschland ein ähnlich warmes Weihnachtsfest erlebt.

Reichlich Niederschläge, erst Schnee, dann Regen

Bereits zum vierten Mal hintereinander übertraf der Dezember sein Soll von 70 Litern pro Quadratmeter (l/m²) recht deutlich: 2012 erreichte er mit rund 101 l/m² 144 Prozent des vieljährigen Durchschnitts. Zunächst fielen die Niederschläge überwiegend als Schnee, so dass sich vor allem in etwas höher gelegenen Gebieten eine beachtliche Schneedecke bildete. Am 11. lagen in Oberstdorf 82 cm, am 12. in Greifswald 31 cm und am 13. in Chemnitz 43 cm. Der Übergang zu milder Witterung mit Regen verursachte vom 14. bis 16. sowie am 22. und am 23. in vielen Gebieten gefährliche Straßenglätte. Hinter einer ausgeprägten Warmfront, setzte zu Weihnachten wieder mal Tauwetter ein - bis hinauf in die höchsten
Gebirgsregionen. Vor allem in Süddeutschland kam es so verschiedentlich zu Hochwasser. Die niederschlagsreichsten Gebiete lagen im Schwarzwald und im Sauerland: In Freudenstadt fielen im
Dezember insgesamt 311 l/m², davon allein 52 l/m² am 27. Dagegen kamen in einem trockenen Streifen entlang der polnischen Grenze nur etwa 25 l/m² zusammen.

Sonnenscheinbilanz leicht negativ

In Deutschland blieb die Sonnenscheindauer im Dezember 2012 mit rund 35 Stunden um neun Prozent unter dem Soll von 38 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne im Süden, wo beispielsweise München-
Stadt mit 64 Stunden den höchsten Wert erreichte. Schlusslicht war diesmal der Kahle Asten im Sauerland mit lediglich 13 Stunden Sonne.

Das Wetter in den Bundesländern im Dezember 2012*


(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)


Hessen: In Hessen betrug die Durchschnittstemperatur 2,1°C (0,8°C). Die Niederschlagsmenge überstieg das Soll (77 l/m²) mit 114 l/m² um 48 Prozent, die Sonnenscheindauer blieb mit 28 Stunden (32 Stunden)
dagegen um 13 Prozent darunter.

Rheinland-Pfalz: Im Dezember 2012 zählte Rheinland-Pfalz mit 2,6°C (1,3°C) zu den wärmeren Regionen Deutschlands. Die Sonnenscheindauer traf mit 38 Stunden den Klimawert (38 Stunden) genau. Die Niederschlagsmenge erreichte mit 130 l/m² (76 l/m²) 171 Prozent des Solls. Am 14. fielen in der Südpfalz zahlreiche Busverbindungen wegen Glatteis aus; viele Schüler konnten nicht ihre Schulen
erreichen.

Saarland: Das Saarland war im Dezember 2012 mit 3,0°C (1,5°C) das zweitwärmste und mit 176 l/m² (98 l/m²) das niederschlagsreichste Bundesland. Diese Menge entspricht 179 Prozent des dortigen Solls.
Die Sonne schien 38 Stunden (40 Stunden).

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg lag die mittlere Temperatur im Dezember 2012 bei 1,7°C (0,3°C). In der Nacht zum 13. sank das Quecksilber in Merklingen auf der Schwäbischen Alb auf minus 22,2°C. Am 24. wurden dagegen einige für Heiligabend geltende Wärmerekorde gebrochen. So meldete Freiburg 18,9°C und das etwas weiter nördlich gelegene Emmendingen-Mundingen 18,7°C. Mit 131 l/m² übertraf die Niederschlagsmenge in Baden-Württemberg den Klimawert (82 l/m²) um 59 Prozent. In Freudenstadt fiel am 27. mit 52 l/m² die bundesweit größte Tagessumme und mit insgesamt 311 l/m² auch die größte Monatsmenge. Bei Ellwangen starb am 16. eine Frau bei einem Autounfall auf spiegelglatter Straße. Beim Sonnenschein ließ Baden-Württemberg mit 46 Stunden (45 Stunden) alle anderen Bundesländer hinter sich.

Bayern: In Bayern betrug die Mitteltemperatur 0,5°C (minus 0,6°C) und die Niederschlagsmenge 113 l/m² (76 l/m²). Im südlichen Oberallgäu waren ab dem 10. einige Straßen nicht mehr passierbar.
Hier lag der Schnee teilweise mehr als einen Meter hoch. Am 11. meldete Oberstdorf 82 cm Schnee. Am 15. wurden viele Straßen wegen Glatteis gesperrt. Ein mit Heizöl beladener Tanklaster stürzte in
Bischofsheim in der Rhön auf eisglatter Straße um. Zum Glück verletzten sich Fahrer und Beifahrer nur leicht. Ab dem 23. entstand an einigen Flüssen Hochwasser, vor allem im Einzugsgebiet des Mains, wie z.B. an Wiesent, Itz, Baunach und Fränkischer Saale. Bayern war mit 45 Stunden (44 Stunden) das zweitsonnigste Bundesland. In München-Stadt schien die Sonne im Dezember mit ca. 64 Stunden
deutschlandweit am längsten.



Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
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