Deutschlandwetter im November 2014

Stand: 11/28/2014
November war in Deutschland deutlich zu warm und außergewöhnlich
trocken

Im November 2014 befand sich
Mitteleuropa meist auf der Vorderseite kräftiger Tiefdruckgebiete
über dem Nordatlantik. Dadurch erreichte mit südlichen Winden häufig
warme Luft Deutschland. Diese führte örtlich zu Temperaturrekorden
und an den Alpen immer wieder zu Föhn. Die Niederschläge
beschränkten sich meist auf den Süden und Westen, wo sich
gebietsweise die Sonne sehr rar machte. So fiel der Monat sehr warm
und außergewöhnlich trocken aus. In den Niederungen, besonders an
Flüssen und Seen, bildete sich oft Nebel. Das meldet der Deutsche
Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner
rund 2 000 Messstationen.

Anfangs Wärmerekorde - später wurde es nur zögernd kühler

Der November 2014 zählt mit einer Durchschnittstemperatur von 6,4
Grad Celsius (°C) zu den zehn wärmsten seit Beginn bundesweiter
Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nach der international gültigen
Referenzperiode 1961 bis 1990 betrug die Abweichung +2,4 Grad.
Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 gab es ein Plus
von 2,0 Grad. Zu Beginn des Monats wurden nach Angaben des DWD vor
allem in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen.
So kletterte das Quecksilber am 1. in Geilenkirchen, nördlich von
Aachen, auf 24,1°C und damit auf den höchsten Wert in Deutschland.
Bei einer Föhnlage am 4. meldete München-Stadt ein Maximum von 22,9°
C. Am selben Tag hatte um 5 Uhr morgens das Thermometer in
Friedrichshafen am Bodensee schon 19°C gezeigt. Nennenswerter Frost
trat erst in den letzten Tagen des Monats vorzugsweise im
Mittelgebirgsraum auf. In Schmalkalden ging die Temperatur am Morgen
des 26. auf -5,5°C zurück.

Nur spärliche Niederschläge, besonders im Nordosten

Der November 2014 gehört zu den drei trockensten der vergangenen 50
Jahre. Mit rund 32 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte er nur
48 Prozent seines Solls von 66 l/m². Sehr wenig Niederschlag fiel in
den Gebieten nordöstlich der Elbe. Dort kamen an manchen Stationen
weniger als 5 l/m² oder nicht einmal 10 Prozent des Klimawertes
zustande. Der Südwesten Deutschlands blieb ebenfalls weitgehend zu
trocken. Einige Regionen erreichten dort aber immerhin dreiviertel
der zu erwartenden monatlichen Menge. Doch nur ganz vereinzelt
konnte das Soll überschritten werden. Den meisten Niederschlag
erhielt der südliche Schwarzwald mit bis zu 110 l/m². In Oberbayern
bildete sich am 6. in Lagen über 500 Meter örtlich eine dünne
Schneedecke.

Sonnenscheindauer leicht überdurchschnittlich

Insgesamt schien die Sonne in Deutschland im November etwa 62
Stunden. Damit erreichte sie 115 Prozent ihres Solls von 54 Stunden.
Am längsten zeigte sich die Sonne im südöstlichen Bayerischen Wald
sowie in Teilen von Sachsen mit mehr als 100 Stunden. In einigen
Gebieten, vor allem dort, wo sich der Nebel längere Zeit halten
konnte, blieb die Sonnenscheindauer unter 30 Stunden.


Das Wetter in den südlichen Bundesländern im November 2014
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der
intern. Referenzperiode)

Hessen: Für Hessen notierte man im November 6,3°C (3,8°C) und 38
l/m² (71 l/m²). Beim Sonnenschein erreichte es mit 41 Stunden 94
Prozent des Solls (43 Stunden) und landete damit auf dem vorletzten
Platz in der Tabelle. In Dillenburg an der Lahn schaffte die Sonne
weniger als 25 Stunden.

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz meldete im November 6,6°C (4,1°C).
Obwohl es mit 56 l/m² zu den nassesten Bundesländern gehörte, kam es
gerade einmal auf 75 Prozent seines Solls (75 l/m²). Auch die
Sonnenscheindauer blieb mit 45 Stunden unter dem Klimawert (53
Stunden). Starker Nebel löste am Abend des 22. bei Ulmen in der
Eifel einen Verkehrsunfall aus, in den mehrere Fahrzeuge verwickelt
waren.

Saarland: Hier betrug die Temperatur 7,0°C (4,3°C). Keine andere
Region in Deutschland war so nass und sonnenscheinarm wie das
Saarland: Die Niederschlagsmenge lag bei 76 l/m² (95 l/m²) und die
Sonnenscheindauer bei 32 Stunden (53 Stunden).

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg war bei 6,3°C (3,5°C) und mit
62 l/m² (82 l/m²) eine vergleichsweise niederschlagsreiche und mit
63 Stunden (62 Stunden) eine sonnige Region. In den Nebelgebieten an
der Donau zeigte sich die Sonne mit kaum 25 Stunden bundesweit am
wenigsten. In Friedrichshafen zeigte das Thermometer am 4. um 5 Uhr
föhnbedingt 19°C. 30 km nordwestlich waren es in Pfullendorf dagegen
nur 2°C. Der bundesweit meiste Niederschlag fiel im südlichen
Schwarzwald mit bis zu 110 l/m².

Bayern: Bayern war mit 5,5°C (2,8°C) das kälteste Bundesland.
Trotzdem traten hier mit Föhnunterstützung auch immer wieder hohe
Temperaturen auf, wie am 4. in München-Stadt mit 22,9°C. Die
Niederschlagsmenge betrug in Bayern 33 l/m² (70 l/m²) und die
Sonnenscheindauer 63 Stunden (57 Stunden). Im südöstlichen
Bayerischen Wald schien die Sonne mit bis zu 120 Stunden bundesweit
am längsten. In Oberbayern bil-dete sich am 6. in Lagen über 500
Meter örtlich eine dünne Schneedecke.


Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
pressestelle@dwd.de






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