Fragen und Bemerkungen zur Einstufung von Flurstücken nach dem Grad ihrer Erosionsgefährdung entsprechend der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung und Ergebnisse der Überprüfung


Die Hangneigung wird aufgrund der direkten Nachbarschaft des Flurstücks zu Strukturen mit großer Hangneigung (Straßenböschung, Eisenbahndamm, steiler Waldrand, Kiesgrube etc.) überschätzt. Dadurch wird eine falsche CCWasser-Klasse berechnet.

Dieser Fall kann auftreten. Allerdings nur, wenn die Flurstücke entweder sehr klein sind oder mit ihrer Längseite entlang einer solchen linearer Struktur mit großer Hangneigung verlaufen (vgl. Abb. 1).

Abb. 1:
Lage eines Flurstücks an der Abbruchkante einer Sandgrube, das fälschlicherweise mit "CCW2" eingestuft wurde, obwohl die umliegenden Flurstücken keine Erosionsgefährdungsklasse aufweisen.


Die Hangneigung wird durch die Berechnungen des Landesamtes für Geologie und Bergbau überschätzt.

Grundlage der landesweiten Berechnungen ist das Digitale Höhenmodell, das in geprüfter Qualität im 20 m-Raster vorliegt. Die Ableitung der Hangneigung ist korrekt. Sobald geprüfte Daten in einem größeren Maßstab vorliegen, erfolgt eine Neuberechnung der Hangneigung.


Warum können zwei benachbarte, in ihren Eigenschaften scheinbar identische Flurstücke unterschiedlich eingestuft werden?

Schon geringe Unterschiede bzgl. der Hangneigung (S-Faktor) können dazu führen, dass zwei Nachbargrundstücke in ihrer CC-Erosionseinstufung unterschiedlich bewertet werden. Es handelt sich in der Regel immer um Flurstücke, deren K•R•S-Wert nahe einer Klassengrenze (z. B. 15) liegt. Alle überprüften Fälle ergaben bisher die Richtigkeit der Berechnungen.


Die Tatsächliche Nutzung nach Kataster (Kataster TN, vgl. FLOrlp) des Flurstücks beinhaltet auch andere Nutzungsarten (z. B. Wald), die das Ergebnis verfälschen.

Nutzungen ohne Bezug zur landwirtschaftlichen Bodennutzung werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Aus technischen Gründen muss das Ergebnis allerdings auf das gesamte Flurstück bezogen werden, auch wenn ein Teil des Flurstücks z. B. die Nutzungsart Wald beinhaltet (vgl. Abb. 2).



Abb. 2:
Auf Flurstücken mit Wald- und Ackernutzung () wird das Teilstück unter Wald bei der Berechnung der potenziellen Erosionsgefährdung nicht berücksichtigt. Das Ergebnis der Einstufung muss allerdings aus technischen Gründen auf das gesamte Flurstück bezogen werden.


Die aktuelle Nutzung, z. B. Gehölzstreifen auf steileren Hangbereichen, wird nicht mit dem Kataster dokumentiert. Dadurch wird die potenzielle Erosionsgefährdung überschätzt.

Das ist korrekt. Es gibt leider keine Möglichkeit, die aktuelle Nutzung ohne digitale Grundlage zu berücksichtigen.


Innerhalb eines Flurstückes wird der steilere Hangbereich als Grünland, der flachere Bereich als Acker genutzt. Die Erosionsgefährdung des Ackers wird folglich überschätzt.

Das ist korrekt. Eine automatisierte Neuberechnung ist allerdings nur möglich, wenn das Flurstück geteilt wird.


Auf dem Flurstück gab und gibt es aufgrund von Fruchtfolge und Bodenbearbeitung keine Bodenerosion.

Das mag sein, ist aber kaum überprüfbar. Im Rahmen der Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung wird bundesweit die potenzielle Erosionsgefährdung berechnet, die ausschließlich Hangneigung, Bodenerodibilität und den Einfluss des Niederschlages berücksichtigt. Weitergehende Daten zur Bewirtschaftung sind landesweit nicht verfügbar.







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