Deutschlandwetter im September 2012 Ein zeitweise angenehmer „Altweibersommer“ – jedoch mit Abwechslung

Stand: 09/28/2012
Deutschland erlebte 2012 einen eher wechselhaften, aber doch insgesamt trockenen und sonnigen September bei mehr oder weniger milden Temperaturen. Begann das erste Monatsdrittels mit Unterstützung von Hoch „Dennis“ hochsommerlich, so folgte schon am 11. durch eine markante Kaltfront eine entsprechend herbstliche Abkühlung. Danach wechselten sich wärmere und kühlere Abschnitte ab. Tief „Karin“ bescherte am 24. vor allem dem Westen Deutschlands die ersten Herbststürme. Das meldet der
Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Temperaturen im Mittel nur geringfügig über dem Soll

Der September 2012 lag in Deutschland mit einem Temperaturmittel von 13,6 Grad Cel-sius (°C) um 0,3 Grad knapp über dem Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der
Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung gerade mal 0,1 Grad. Die größten positiven Temperaturabweichungen traten laut DWD im Osten auf. Typisch für den ersten herbstlichen Übergangsmonat sind hohe Spann-breiten hinsichtlich der Temperatur. So meldete Perl-Nenning im Saarland am 9. des Monats noch eine Höchsttemperatur von 30,1 Grad, am 20. klopfte dort dagegen mit einer Frühtemperatur von -0,5 Grad der Winter an die Tür. Die bundesweit höchste Temperatur meldete, wie bereits im Juli, Bad Kreuznach am 9. mit 32,2°C. Deutschneu-dorf-Brüderwiese im Erzgebirge lieferte am 21. den tiefsten Wert mit -1,6 Grad.

Bundesweit recht trocken, nur im äußersten Norden und Süden feuchter

Mit rund 49 Litern pro Quadratmeter (l/m²) unterbot die durchschnittliche Regenmenge im September 2012 den Klimawert von 61 l/m² um rund 20 Prozent. Im ersten Monatsdrittel sorgte noch Hoch „Dennis“ für beständiges, teilweise hochsommerliches und damit trockenes Wetter. In der Folge jedoch wurde der Hochdruckeinfluss mehrfach durch kurze, aber intensive Vorstöße kühler Meeresluft aus Nordwest unterbrochen, so dass vor allem in den Staubereichen des Berglandes beträchtliche Regenmengen zustande kamen. So fielen zum Beispiel vom 18. früh bis zum 19. früh im Südschwarzwald und Allgäu
Tagessummen von 30 bis 40 l/m². Die höchste Monatssumme meldete diesmal Sigmarszell-Zeisertsweiler, nordöstlich von Lindau, mit rund 167 l/m², besonders wenig verbuchte Nörvenich, südwestlich von Köln, mit lediglich etwa 15 l/m². Siegsdorf-Höll, südöstlich vom Chiemsee in Oberbayern, registrierte am 12. eine besonders hohe Ta- gessumme von immerhin 51 l/m².

Abgesehen vom äußersten Norden ein eher sonnenscheinreicher Monat

In Deutschland lag das Sonnenscheinmittel im September 2012 mit 165 Stunden um etwa 11 Prozent über dem Soll von 149 Stunden. Während die nördlichen Bundesländer ihr vieljähriges Soll oft knapp verfehlten, konnte das restliche Bundesgebiet die Sollwerte bzw. Klimawerte teilweise deutlich übertreffen. Besonders gut meinte es die Sonne diesmal mit Würzburg – rund 220 Stunden wurden gemessen. Mit knapp 100 Sunden war die Gegend westlich von Flensburg deutlich weniger von der Sonne verwöhnt.

Das Wetter in den südlichen Bundesländern im September 2012

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)


Hessen: Mit einer Mitteltemperatur von 13,2°C (13,2°C) traf Hessen genau sein vieljähriges Klimasoll und war damit diesmal das kühlste Bundesland. Trotzdem war es vergleichsweise trocken: es fielen nur
38 l/m² (57 l/m²) Regen, die Sonne schien im Schnitt 172 Stunden (142 Stunden). Die Messstelle Schaafheim-Schlierbach, südwestlich von Aschaffenburg, meldete mit 219 Stunden besonders viel Sonne.

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz, sonst meist eines der wärmeren Bundesländer, ge-hörte diesmal mit 13,5°C (13,5°C) zu den kühleren Regionen Deutschlands. Trotzdem konnte die Messstelle Bad Kreuznach
den deutschlandweit höchsten Temperaturwert mit 32,2°C vermelden. In diesem Bundesland fielen 43 l/m² (60 l/m²), die Sonne schien 177 Stunden (151 Stunden). Heftige Sturmböen traten am 11. in Worms auf.

Saarland: Das Saarland blieb mit 13,6°C diesmal leicht unter dem Klimamittel (13,7°C). Hier fielen durchschnittlich etwa 49 l/m² (70 l/m²) Niederschlag und mit etwa 188 Stunden (158 Stunden) gehörte
das Bundesland zu den sonnenscheinreichen Regionen.

Baden-Württemberg: Im September 2012 notierten die Experten des DWD ein Mittel von 13,6°C (13,3°C) und eine Regenmenge von etwa 64 l/m² (70 l/m²). Mit rund 185 Sonnenstunden (166 Stunden) gehörte Baden-Württemberg zu den sonnenscheinreichen Bundesländern. Ein starkes Gewitter ging am 11. über dem Landkreis Esslingen nieder und richtete Schäden an. Ein Blitz schlug in den Dachstuhl eines Hauses in Holzmaden ein. In Filderstadt-Bonlanden, südlich von Stuttgart, wurden mehrere Autos durch umher fliegende Teile beschädigt.

Bayern: Bayern war mit 13,3°C (12,8°C), deutschlandweit gesehen, ein kühles Bundesland. Die Regenmenge lag bei etwa 57 l/m² (72 l/m²) und die Sonnenscheindauer bei knapp 180 Stunden (160 Stunden). In Würzburg schien mit rund 220 Stunden die Sonne bundesweit am längsten. Am 11. wüteten in weiten Teilen Frankens heftige Gewitter. In Alzenau, bei Hanau, wurden Bäume entwurzelt und Kanaldeckel herausgedrückt, Unterführungen und Keller liefen voll Wasser. Siegsdorf-Höll, südöstlich vom Chiemsee in Oberbayern, meldete am 12. mit 51 l/m² die höchste Tagessumme und Sigmarszell-
Zeisertsweiler, nordöstlich von Lindau, mit rund 167 l/m² die höchste Monatssumme.



Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
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