Deutschlandwetter im September 2016

Stand: 09/29/2016
Erneut sehr trocken sowie extrem warm und sonnenscheinreich

Anhaltender Hochdruckeinfluss hielt Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa fern und sorgte in Deutschland für einen überwiegend trockenen, extrem warmen und sonnenscheinreichen September. Nur zu Beginn der zweiten Monatshälfte konnte sich in der Mitte und im Süden Deutschlands vorübergehend kühles Wetter mit gebietsweise ergiebigen Niederschlägen durchsetzen. Meist gelangte jedoch sehr warme oder gar heiße Luft zu uns. Damit erlebten die Menschen einen der wärmsten Septembermonate seit Aufzeichnungsbeginn. Vielerorts wurden neue Monatsrekorde gemeldet.
Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.


Der September 2016 gehört zu den vier wärmsten seit 1881
Die Durchschnittstemperatur von 16,8 Grad Celsius (°C) lag um 3,5 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Selbst gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung noch +3,3 Grad. Damit gehört dieser Monat neben 1947, 1999 und 2006 zu den vier wärmsten Septembermonaten seit Beginn der Temperaturmessungen im Jahr 1881. Hoch „Johannes“, „Karl“ und „Lukas“ führten in der ersten Monatshälfte zu einer ungewöhnlichen Hitzewelle. In Bad Mergentheim-Neunkirchen traten acht sog. "Heiße Tage" mit über 30 °C auf. Den höchsten Wert meldete am 12. Bernburg an der Saale mit 34,4 °C. An vielen Messstellen wurden neue Monatsrekorde aufgestellt. Zehn Tage später meldete Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, mit 0,3 °C ein Minimum knapp über dem Gefrierpunkt.

Verbreitet zu trocken, lediglich im Süden und in der Mitte gebietsweise nass
Dem trockenen August folgte ein ebenso trockener September. Das verursachte große Probleme bei vielen Landwirten: Mit etwa 40 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte er nur 66 Prozent seines Solls von 61 l/m². Tiefdruckgebiete und ihre Ausläufer schlugen meist einen Bogen um Mitteleuropa. Im nördlichen Nordrhein-Westfalen, sowie ganz im Osten Deutschlands, blieben die Monatssummen verbreitet unter 10 l/m². Nur Tief „Netti“ am 4. sowie Tief „Theresia“ vom 16. bis zum 18. durchbrachen mit Regen die Kette von Hochdruckgebieten. Vor allem in Südostbayern, am Erzgebirge, in Ostthüringen und im südlichen Sachsen-Anhalt brachte „Theresia“ große Tagesmengen. Spitzenreiter war am 16. Bad Bibra-Altenroda, nahe Halle, mit 112,3 l/m². Bundesweit fiel der meiste Regen im Chiemgau, örtlich waren es mehr als 170 l/m².


Nach 1959 und neben 2006 der zweitsonnenscheinreichste September
Der September 2016 übertraf mit rund 210 Stunden sein Sonnenscheinsoll von 149 Stunden um etwa 41 Prozent. Er war damit neben September 2006 der zweitsonnigste seit dem Beginn solcher Messungen im Jahr 1951. Den Rekord hält weiterhin das Jahr 1959 mit beeindruckenden 265 Stunden.
Am längsten zeigte sich die Sonne diesmal im Nordosten mit bis zu 250 Stunden. Etliche DWD-Messstellen meldeten neue Rekorde. Im Allgäu und im Thüringer Wald waren es dagegen örtlich nur 180 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im September 2016
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: In Schleswig-Holstein betrug die Temperatur 17,0 °C (13,2 °C), die Niederschlagsmenge etwa 45 l/m² (75 l/m²) und die Sonnenscheindauer gut 210 Stunden (143 Stunden). Hamburg gehörte mit 17,7 °C (13,7 °C) zu den warmen Bundesländern und verzeichnete knapp 40 l/m² (68 l/m²) Niederschlag. Mit gut 195 Stunden (139 Stunden) war es im Vergleich das sonnenscheinärmste Bundesland.

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen erreichte im September 17,3 °C (13,5 °C), gut 25 l/m² (60 l/m²) und war mit rund 200 Stunden (135 Stunden) ein relativ sonnenscheinarmes Bundesland. Bremen gehörte mit 17,8 °C (13,7 °C) zu den wärmeren Bundesländern. Die Niederschlagsmenge lag bei etwa 30 l/m² (61 l/m²) und die Sonnenscheindauer bei gut 205 Stunden (136 Stunden). Am Nachmittag des 4. verursachte ein Tornado der Stärke F2 (181 bis 253 km/h) in Dramfeld bei Göttingen große Schäden an 24 Häusern und acht Scheunen. Im Raum Osnabrück blieb die Niederschlagsmenge im ganzen September örtlich unter 10 l/m².

Mecklenburg-Vorpommern: Hier erreichte die Temperatur durchschnittlich 17,0 °C (13,3 °C). Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich im September mit kaum 15 l/m² (51 l/m²) als die trockenste und mit rund 225 Stunden (154 Stunden) als eine sonnenscheinreiche Region.

Brandenburg und Berlin: Bei 17,6 °C (13,8 °C) war Brandenburg mit etwa 20 l/m² (45 l/m²) ein niederschlagsarmes und mit gut 240 Stunden (156 Stunden) das zweitsonnigste Bundesland. Berlin präsentierte sich mit 18,1 °C (14,1 °C) als das wärmste, mit kaum 20 l/m² (46 l/m²) als das zweittrockenste und mit fast 245 Stunden (156 Stunden) als das sonnenscheinreichste Bundesland. Die deutschlandweit niedrigste Temperatur des Monats trat am 22. mit 0,3 °C in Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt auf. Zehn Tage vorher, am 12., hatte das Thermometer dort noch 32,8°C gezeigt.

Sachsen-Anhalt: Mit durchschnittlich 17,8 °C (13,7 °C) zählte Sachsen-Anhalt zu den wärmeren Gebieten. Bei gut 35 l/m² (42 l/m²) betrug die Sonnenscheindauer beinahe 210 Stunden (144 Stunden). Der bundesweit heißeste Ort im September war Bernburg an der Saale, wo die Temperatur am 12. auf 34,4 °C kletterte. Dort wurde in der seit 1952 bestehenden Messreihe auch der bisherige Septemberrekord vom 5. September 1973 mit 33,2 °C überboten. Die bundesweit größte Niederschlag-Tagessumme im September meldete am 16. Bad Bibra-Altenroda, südwestlich von Halle, mit 112,3 l/m². Diese Menge entspricht fast dem dreifachen Soll des ganzen Monats.

Sachsen: Sachsen ordnete sich im September 2016 mit 16,8 °C (13,4 °C) bei den eher kühlen, mit etwa 65 l/m² (55 l/m²) bei den niederschlagsreichen und mit knapp 220 Stunden (148 Stunden) bei den sonnigen Bundesländern ein.

Thüringen: Thüringen gehörte im September 2016 mit 16,7 °C (12,8 °C) zu den vergleichsweise kühlen, mit rund 60 l/m² (51 l/m²) zu den eher nassen und mit fast 200 Stunden (143 Stunden) zu den relativ sonnenscheinarmen Regionen. Ein Tornado der Stärke F2 (181 bis 253 km/h) verursachte am 4. bei Friedebach im Saale-Orla-Kreis gewaltige Schäden in einem Waldgebiet. Der Ort selbst kam mit einigen abgedeckten Dächern glimpflich davon.

Nordrhein-Westfalen: Die Meteorologen registrierten für Nordrhein-Westfalen 17,3 °C (13,7 °C), nur etwa 25 l/m² (67 l/m²) und gut 210 Sonnenstunden (135 Stunden). Geilenkirchen, nördlich von Aachen, gehörte im September zu den heißesten Orten Deutschlands. Am 13. stieg das Quecksilber dort auf 34,3 °C. Der alte Septemberrekord vom 5. September 1973 wurde damit gleich um 2,3 Grad überboten. Vom 12. zum 13. erlebte Bad Lippspringe bei Paderborn mit 20,4 °C eine echte Tropennacht. Im nördlichen Nordrhein-Westfalen fielen im ganzen September örtlich weniger als 10 l/m².

Hessen: Bei 17,0 °C (13,2 °C) und etwa 35 l/m² (57 l/m²) zeigte sich die Sonne in Hessen rund 205 Stunden (142 Stunden). Vielfach wurden neue Hitzerekorde gemeldet.

Rheinland-Pfalz: Im September 2016 erreichte die Temperatur in Rheinland-Pfalz 17,2 °C (13,5 °C). Die Niederschlagsmenge verfehlte das Soll (60 l/m²) mit rund 25 l/m² um 58 Prozent, die Sonnenscheindauer lag mit beinahe 215 Stunden (151 Stunden) dagegen um 42 Prozent darüber. In Trier-Petrisberg kletterte die Temperatur am 13. auf 34,2 °C und damit um 1,1 °C höher als der alte Septemberrekord vom 4.9.1973.

Saarland: Für das Saarland notierte der DWD 16,9 °C (13,7 °C) und mit etwa 25 l/m² nur 36 Prozent des Solls (70 l/m²). Die Sonne schien rund 205 Stunden (158 Stunden).

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg war im September 2016 mit 16,3 °C (13,3 °C) das zweitkühlste und mit knapp 50 l/m² (70 l/m²) ein relativ niederschlagsreiches Bundesland. Die Sonne schien gut 210 Stunden (166 Stunden). Heftige Gewitter richteten in der Nacht zum 27. zwischen
Donau und Bodensee Schäden an. In Tuttlingen musste ein Schneepflug Hagel beiseite räumen. Im nahegelegenen Talheim fielen 64,1 l/m². Bei Stockach fiel ein Baum auf ein Polizeiauto und verletzte einen Polizisten.

Bayern: Bayern zeigte sich mit 15,9 °C (12,8 °C) als das kühlste und mit knapp 75 l/m² (72 l/m²) als das niederschlagsreichste Bundesland. Die Sonnenscheindauer betrug etwa 215 Stunden (160 Stunden). In Kitzingen am Main stieg die Temperatur vom 10. bis zum 15. jeden Tag auf über 30 °C. Am 17. fielen in Schorndorf-Knöbling im nördlichen Bayerischen Wald 86,1 l/m² Niederschlag. Zur Eröffnung des Oktoberfestes am 17. September herrschte in München Dauerregen bei ungemütlichen 14 Grad.




Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.



Pressemitteilung des DWD - E-Mail:
pressestelle@dwd.de






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