Öko-Aktionsplan Rheinland-Pfalz: Viele Maßnahmen für eine nachhaltige Ernährung

Stand: 12/18/2018
Unter Federführung des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten hat Rheinland-Pfalz seinen ersten Öko-Aktionsplan auf den Weg gebracht. Er soll den Ökologischen Landbau stärken und mittelfristig dessen Flächenanteil von derzeit rund 10 auf 20 Prozent erhöhen.
Der Ökologische Landbau ist eine besonders nachhaltige, ressourcenschonende und umweltverträgliche Wirtschaftsform der Landwirtschaft. Die natürlichen Kreisläufe liegen dem Handeln zugrunde. Der Ökologische Landbau verzichtet auf mineralische Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie grundsätzlich auf den Einsatz von Agro-Gentechnik. Er trägt zur Steigerung der biologischen Vielfalt (Biodiversität) wie auch zum Schutz der Gewässer und des Bodens bei. Zusätzlich stellt er hohe Tierschutzanforderungen .

Bioprodukte genießen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern eine hohe Anerkennung und Wertschätzung, was sich in der steigenden Nachfrage nach Bio-Produkten niederschlägt.
Die Öko-Aktionspläne aller Bundesländer folgen der „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ (ZöL) des Bundes, berücksichtigen aber bei den Maßnahmen ganz besonders die landesspezifischen Besonderheiten. Rheinland-Pfalz ist mit seinen familiengeprägten bäuerlichen Betrieben eher kleinstrukturiert und zeichnet sich durch Mittelgebirgslagen, Sonderkulturen, Grünland- und Schutzgebiete aus. Das bietet Vorteile für eine ökologische Wirtschaftsweise. Andererseits bestehen – gerade durch diese Struktur – Hemmnisse in der Logistik, Erfassung und Verarbeitung.

Im Öko-Aktionsplan werden in vier Handlungsfeldern 42 Maßnahmen gebündelt, die dazu dienen, die Strukturen der ökologischen Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung zu stärken und zu verbessern.

In Handlungsfeld 4 liegt der Schwerpunkt auf der Steigerung des Angebots von ökologisch und am besten regional erzeugten Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung. Dabei kommt der Kita- und Schulverpflegung eine Schlüsselrolle zu. Im Rahmen des EU-Schulprogramms soll sich beispielsweise das Angebot der Lieferanten an Obst, Gemüse und Milch auf mindestens 20 Prozent Bioprodukte bzw. Produkte aus eigener Erzeugung im Programmjahresdurchschnitt belaufen. Um die Nachhaltigkeit in den Verpflegungsangeboten von Kitas und Schulen weiter zu fördern, soll der Bio-Anteil stufenweise auf bis zu 30 Prozent (bezogen auf den Gesamtwareneinsatz) ausgebaut werden.
Ebenfalls angesprochen sind Endverbraucher, die mit verschiedenen Maßnahmen über den besonderen Wert von Bio- und regionalen Produkten Informationen erhalten und für ein nachhaltiges Einkaufsverhalten motiviert werden sollen.
In die Umsetzung der Maßnahmen, die sich an die Gemeinschaftsverpflegung und an Endverbraucher richten, ist die Ernährungsberatung der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum und die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung in besonderem Maße eingebunden. Zum Beispiel wird es spezielle Weiterbildungsangebote zur nachhaltigen Beschaffung und zur Speiseplangestaltung geben sowie Beratungen zum verstärkten Einsatz von Bio- und regionalen Produkten.

Den vollständigen Öko-Aktionsplan kann man im Internet herunterladen (siehe Quellen).


Quellen und weiterführende Informationen





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