Was ist eigentlich DHA-Öl?

Stand: 09/17/2018

Frage:
Ich habe gelesen, dass für Menschen „in besonderen Belastungssituationen“ DHA-Öl angeraten wird. Was ist das für ein Öl? Welchen Vorteil hat es?

Antwort:
DHA steht für die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure.
DHA-Öle sind Pflanzenöle, z.B. Leinöl oder eine Mischung verschiedener Pflanzenöle, welche mit Öl der Mikroalge Schizochytrium sp. angereichert sind. Vegetarisch ernährte Säuglinge, schwangere und stillende Vegetarierinnen gelten hinsichtlich der Versorgung mit DHA als Menschen „in besonderen Belastungssituationen“.


Was verbirgt sich dahinter?

Grundlegende Informationen zur Einteilung der Fettsäuren und zu ihren gesundheitlichen Wirkungen finden Sie hier.

Diese Omega-3-Fettsäuren sind von Bedeutung in der menschlichen Ernährung:
Alpha-Linolensäure (ALA) ist fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Gute Quellen sind bestimmte Öle wie Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl sowie Nüsse und Saaten.
Tierische Lebensmittel, vor allem fettreiche Fische, enthalten Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Die Fische nehmen sie über den Verzehr von Algen auf, können sie aber auch selbst synthetisieren.

DHA und EPA sind im menschlichen Körper wichtige Bestandteile von Zellmembranen und Ausgangssubstanz für die Bildung von hormonähnlichen Wirkstoffen. Embryos und Neugeborene brauchen diese Fettsäuren darüber hinaus für die Entwicklung des Gehirns.
Der menschliche Körper kann ALA, wenn auch nur zu einem sehr geringen Teil (man liest Zahlen zwischen 0,5 und 6%), in DHA und EPA umwandeln. Um den Bedarf an diesen Fettsäuren zu decken, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Portion (70 g) fettreichen Fisch wie Hering, Lachs oder Makrele in der Woche zu essen.
Vegetarier und Veganer verzehren keinen Fisch, so dass diese Quelle für EPA und DHA entfällt. Eine Alternative kann der Verzehr von Algen oder die Verwendung der oben angesprochenen „DHA-Öle“ oder „Öle mit DHA und EPA“ sein.
Laut UGB (Verein Unabhängige Gesundheitsberatung) deuten allerdings Studien darauf hin, dass auch eine rein pflanzliche Ernährungsweise ohne Präparate die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sicherstellen kann, wenn ALA-reiche Ölsaaten und Nüsse sowie Lein-, Raps-, Hanf- und Walnussöle regelmäßig verwendet werden. Auch soll die Umwandlungsrate von ALA in DHA und EPA ansteigen, wenn der Speiseplan diese Fettsäuren nicht enthält.

Für schwangere oder stillende Vegetarierinnen/ Veganerinnen ist eine qualifizierte Ernährungsberatung zu empfehlen. Eine Nahrungsergänzung in Form von Kapseln oder Öl mit DHA/EPA kann sinnvoll sein. Werden Säuglinge vegetarisch ernährt, so sollte bei der Herstellung der Beikost ein DHA-Öl verwendet werden.
Für andere Bevölkerungsgruppen gewährleistet eine abwechslungsreiche Ernährung eine ausreichende Versorgung.


Quellen und weiterführende Informationen





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