Agrarinvestitonsförderungsprogramm (AFP)

Stand: 03/01/2018
Im AFP können landwirtschaftliche und gartenbauliche Unternehmen für betriebsnotwendige Investitionen gefördert werden, die der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen (Primärproduktion). Weinbaubetriebe können Förderanträge im Programm Weininvestitionsförderung stellen.
Damit soll in Rheinland-Pfalz eine wettbewerbsfähige, nachhaltige, besonders umweltschonende und besonders tiergerechte Landwirtschaft erhalten und unterstützt werden. In den Unternehmen sollen folgende Ziele erreicht werden:
  • die Produktions- und Arbeitsbedingungen zu verbessern,
  • die Produktion zu rationalisieren und die Kosten zu senken,
  • die Wertschöpfung der betrieblichen Produktion zu erhöhen.
  • Gleichzeitig wird der Verbraucher- Tier-, Umwelt- und Klimaschutz verbessert.
Förderfähig sind folgende Investitionen:
  • Errichtung oder Modernisierung (Neubau, Umbau, Ausbau) und Erwerb von unbeweglichem Vermögen (betriebliche Wirtschaftsgebäude) einschließlich zugehöriger baulicher Anlagen (z. B. für die Lagerung von Dung, Futter und Erzeugnissen) sowie die Erschließungskosten,
  • Erwerb von neuen Maschinen und technischen Anlagen der betrieblichen Innenwirtschaft,
  • Bestimmte Maschinen und Geräte zur deutlichen Minderung von Emissionen oder Umweltbelastungen,
  • Architektur- und Ingenieurleistungen,
  • Einzelbetriebliche Bewässerungsanlagen mit Wassereinsparungen von mind. 20%, bei Erstanschaffung nur Technikförderung,
  • Maschinen und Geräte zur mechanischen Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen mit elektronischer Reihenführung
Gefördert werden können Unternehmen,
  • deren Umsatzerlöse zu mehr als 25 % durch pflanzliche oder tierische Erzeugnisse aus Bodenbewirtschaftung oder damit verbundener Tierhaltung erzielt werden und deren Größe mindestens den nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte festgelegten Wert erreicht oder
  • die landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften und unmittelbar kirchliche, gemeinnützige oder mildtätige Zwecke verfolgen
Förderungsvoraussetzungen
  • Die durchschnittlichen positiven Einkünfte dürfen im Durchschnitt der letzten drei Einkommenssteuerbescheide höchstens 150.000 €/Jahr betragen (Prosperitätsschwelle)
  • Die beruflichen Fähigkeiten des Betriebsleiters müssen eine ordnungsgemäße Führung des Unternehmens gewährleisten.
  • Eine Vorwegbuchführung ist grundsätzlich für mindestens zwei Jahre erforderlich.
  • Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und der geplanten Investitionen sind nachzuweisen.
Für Junglandwirtinnen und Junglandwirte gilt zusätzlich, dass
  • sie noch nicht 40 Jahre alt sind (bei Entscheidung über ihren Antrag),
  • die Investitionen innerhalb von fünf Jahren nach der erstmaligen Niederlassung als Allein- oder Mitunternehmer in einem landwirtschaftlichen Unternehmen durchgeführt werden und
  • der Arbeitsbedarf des als Alleinunternehmer übernommenen Unternehmens mindestens 1,0 Arbeitskrafteinheiten (AK) beträgt. Für den Fall, dass sich der/die Junglandwirt/in als Mitunternehmer einer Gesellschaft niederlässt, muss der Arbeitsbedarf des ihm/ihr gehörenden Gesellschaftsanteils mindestens 1,0 AK betragen. Der Arbeitsbedarf wird nach den Standardnormen des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) ermittelt.
  • Die Junglandwirteförderung ist in demselben Unternehmen nach mehr als 15 Jahren nach der Förderung des letzten Unternehmensinhabers (Vorgeneration) erneut möglich.
Umfang und Höhe der Förderung
  • Die förderungsfähigen Ausgaben müssen mindestens 20.000 € betragen. Deren Obergrenze liegt bei 2,0 Mio. € je Unternehmen für den Zeitraum von 2014 bis 2020.
  • Je Antrag sind die förderfähigen Ausgaben auf 2 Mio. € begrenzt.
Es gelten die folgenden Beihilfesätze bezogen auf die förderungsfähigen baren Ausgaben der baulichen Maßnahme und der erforderlichen Erschließung
 
Rindviehhaltung
  • Bis zu 40 % für besonders tiergerechte Haltungsverfahren bei Erfüllung erhöhter baulicher Anforderungen,
  • Bis zu 40 % besonders tiergerechte Haltungsverfahren bei Erfüllung erhöhter baulicher Anforderungen und zusätzlicher Aufstallung auf Stroh,
Schweinehaltung
  • Bis zu 40 % für besonders tiergerechte Haltungsverfahren bei Erfüllung erhöhter baulicher Anforderungen,
  • Bis zu 40 % für besonders tiergerechte Haltungsverfahren bei Erfüllung erhöhter baulicher Anforderungen und zusätzlicher Aufstallung auf Stroh,
sonstige Tierhaltung (Geflügel, Schafe, Ziegen)
  • Bis zu 40 % für besonders tiergerechte Haltungsverfahren bei Erfüllung erhöhter baulicher Anforderungen
für tiergerechte Haltungsverfahren sowie sonstige förderungsfähige Vorhaben zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Bis zu 20 % einschließlich Erschließungskosten
  • 10 % zusätzlich und einmalig für Junglandwirte/innen, jedoch höchstens 20.000 € je Person (Fördersatz insgesamt darf 40% nicht überschreiten)
Weitere Informationen finden Sie in den Förderungsrichtlinien und den Verfahrensunterlagen





Stefan.Raesch@dlr.rlp.de     www.DLR-Mosel.rlp.de drucken nach oben